Die BW-Bank plant drastische Einschnitte in ihrem Filialnetz. Von den 30 seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits geschlossenen Niederlassungen werden 28 auch nach Ende der Viruskrise nicht wieder öffnen. Der Mutterkonzern LBBW begründet den drastischen Schritt mit dem Wunsch vieler Kunden nach mehr digitalen Dienstleistungen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Es habe sich gezeigt, dass sehr viele unserer Kunden auch ohne stationäre Filiale gerne und problemlos die Service- und Beratungsleistungen nutzen, lässt sich Andreas Götz, Generalbevollmächtigter für das Privatkundengeschäft der LBBW, in einer MItteilung zitieren.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Niedrigzinsumfeld und die Coronakrise die Erträge von Banken stark belasten. Besonders im Privatkundengeschäft setzen viele Institute auf massive Einsparungen, höhere Gebühren und als "Verwahrentgelt" kaschierte Strafzinsen aufs Ersparte. Bereits seit Februar verlangt auch die BW Bank von Neukunden auf Guthaben von mehr als 100.000 Euro auf Tagesgeld- und Girokonten eine Gebühr von 0,5 Prozent. Bestandskunden sind davon zunächst nicht betroffen, sollen allerdings bei sehr hohen Vermögen gezielt "angesprochen" werden.

Aktuell sind noch 70 Filialen der im Privatkundensegment tätigen LBBW-Tochter BW Bank geöffnet. Zusätzlich zu den coronabedingt verwaisten Standorten werden bis Ende 2022 weitere 13 Geschäftsstellen zugemacht. Mit dem Rückbau des Filialnetzes geht ein Stellenabbau einher, der Teil des bereits angekündigten Streichung von insgesamt 700 Jobs im gesamten LBBW-Konzern in den kommenden Jahren ist. (mb/ps)