Die US-Konkurrenz habe seit der Finanzkrise vor mehr als einem Jahrzehnt ihren Börsenwert und ihren Marktanteil ausgebaut, während die deutschen Institute in allen Bereichen zurückgeblieben seien, sagte Finanzminister Christian Lindner auf dem International Bankers Forum in Berlin. "Die Profitabilität unserer Banken in Deutschland kann uns nicht zufrieden stellen", so Lindner. "Von den international tätigen deutschen Geschäftsbanken findet sich keine mehr auf den vorderen Plätzen."

Der Minister machte zum Teil die Bankenregulierung für die Malaise verantwortlich. Diese stelle zu sehr auf Stabilität und Verbraucherschutz ab und zu wenig auf Wettbewerbsfähigkeit und Gewinne. Zudem schreckten Standortschwächen wie schlecht entwickeltes Internet, baufällige Schulen und zu hohe Steuersätze hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Finanzsektor ab.

Deutsche Banken hinken hinterher
Die Fähigkeit der Banken, die Liquidität der Realwirtschaft zu sichern, sei unzureichend, so Lindner weiter. Die Finanzindustrie müsse auch Kapital für neue Ideen bereitstellen und das Wachstum durch Innovation unterstützen. Finanzinstitute würden zu oft im Zusammenhang mit "Problemen" genannt. Die deutschen Banken, allen voran Deutsche Bank und Commerzbank, hinken seit mehr als einem Jahrzehnt bei der Rentabilität anderen Instituten hinterher. Viele Beobachter machen strukturelle Faktoren dafür verantwortlich, vor allem die dominante Rolle der Sparkassen und Genossenschaftsbanken auf dem deutschen Markt.

Restrukturierungspläne bei den Platzhirschen Deutsche Bank und Commerzbank zeigen mittlerweile allerdings erste Erfolge, und die steigenden Zinsen kurbeln nun das Kreditgeschäft wieder an. Lindner sagte im September, dass die Bundesregierung als größter Aktionär der Commerzbank mit deren Performance sehr zufrieden sei. (mb/Bloomberg)