Die in der oberösterreichischen Industriestadt Linz angesiedelte Oberbank legt mit ihrem Schwerpunkt auf Unternehmenskunden erneut ein rasantes Wachstum hin, das den restlichen Markt weit abhängt. Die soeben vorgelegten Halbjahreszahlen weisen wieder einmal ein Rekordergebnis aus – das neunte in Folge, wie Generaldirektor Franz Gasselsberger verkündete.

Neue deutsche Filialen 2019
Dank der guten Wirtschaftslage, die das wichtige KMU-Klientel stützt, blickt die Bank unter anderem auf ein Wiedererstarken ihrer historischen Kernregionen Oberösterreich und Salzburg, wo sich rund ein Drittel der aktuell 162 Filialen befinden. Besonders kräftig war zuletzt aber das Kreditwachstum in den Expansions-Gebieten Deutschland und Ungarn, wie aus einer Mitteilung zu den Halbjahresergebnissen hervorgeht. Hier will Gasselsberger nun weiter vorrücken: Zusätzlich zu den in diesem Jahr in Deutschland geplanten Filialen sollen 2019 noch einmal sechs bis acht neue Standorte dazukommen.

Wie Bloomberg berichtet, sollen in jeder Filiale fünf bis sechs Betreuer arbeiten, die vor Ort rekrutiert werden. Diese neuen Standorte sollen demnach in zwei Jahren profitabel arbeiten. In Deutschland ist die Oberbank in den vergangenen Jahren auf 28 Standorte angewachsen.

Baden-Württemberg und Sachsen heuer neu
Im zweiten Halbjahr 2018 wird das Institut wie bereits angekündigt erstmalig in den deutschen Bundesländern Baden-Württemberg und Sachsen voraussichtlich sieben neue Filialen gründen. Darüber hinaus sind in diesem Jahr weitere Filialeröffnungen in Wien und Budapest geplant. Im ersten Halbjahr 2018 wurde jeweils eine Niederlassung in Hessen und in Tschechien eröffnet. Mit insgesamt zehn bis zwölf Filialgründungen im Gesamtjahr 2018 wird die Oberbank mit rund 170 Filialen in ihren Märkten vertreten sein.

Die Bank bespielt mit ihren Know-how eine Nische, in der kleinere und mittlere Unternehmen individuell bedient werden. Die aktuell gute Wirtschaftslage spielt dem Haus dabei in die Hand. Das Kreditgeschäft läuft seit langem auf Hochtouren. Im ersten Halbjahr 2018 verzeichnete die Bank nach Eigenangaben das stärkste Kreditwachstum seit ihrer Gründung. Das Kreditvolumen wuchs von um 8,7 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Das österreichische Kreditwachstum liegt bei 3,3 Prozent, im Euroraum sind es 2,2 Prozent.

Besonders das große Segment der Unternehmenskredite legte mit plus 9,3 Prozent auf 12,4 Milliarden Euro kräftig zu. Das Privatkreditevolumen wuchs im Jahresabstand um 6,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die NPL-Quote ging im Jahresabstand von 2,44 auf 2,41 Prozent erneut leicht zurück. Kredite und Einlagen pushten in den ersten sechs Monaten die Bilanzsumme um 6,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis stieg gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um neun Prozent auf 134,1 Millionen Euro.

Dienstleistungsgeschäft wird immer wichtiger
Beachtenswert ist, dass nicht nur das gute Zinsergebnis bei gleichzeitig günstigem Kreditrisiko für schöne Zahlen sorgten. So stieg zum Beispiel das Provisionsergebnis um 14,7 Prozent auf 79,2 Millionen Euro. Mit zuletzt 28 Prozent haben die Dienstleistungserträge der Bank wie etwa Provisionen aus dem Zahlungsverkehr, Wertpapier-, Kredit- und sonstige Provisionen überdurchschnittlich zu den Gesamterträgen beigetragen. Gasselsberger bezeichnet den Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts als "wesentliches strategisches Ziel", da die Provisionserträge als risikolose Einkünfte "eine wichtige Ergänzung zum risikobehafteten Kreditgeschäft" sind.

Die Cost-Income-Ratio der Oberbank reduzierte sich von 51,2 Prozent im ersten Halbjahr 2017 auf 50,9 Prozent – und das, obwohl die Verwaltungsaufwendungen um 13,7 Prozent auf 144,5 Millionen Euro zulegten. Grund dafür ist laut den Angaben die Dotierung einer Rückstellung für eine Mitarbeiterbeteiligungsstiftung in Höhe von zehn Millionen Euro: Diese soll im zweiten Halbjahr 2018 zusätzlich zum klassischen Aktienbeteiligungsprogramm für Mitarbeiter zusätzlich eingerichtet werden. Damit wolle man als Arbeitgeber Attraktivität gewinnen. (eml)