Gerüchte machten schon seit Tagen die Runde, jetzt hat die in London ansässige Liontrust Asset Management offiziell bestätigt, dass sie ihren britischen Wettbewerber Neptune Investment im Rahmen einer Transaktion im Wert von bis zu 40 Millionen Pfund (rund 43,7 Mio. Euro) übernehmen wird. Durch die Übernahme steigen die von Liontrust verwalteten Assets under Management um rund 2,8 Milliarden Pfund auf circa 17 Milliarden Pfund (18,6 Mrd. Euro). Die Börse nahm die Nachricht sehr positiv auf, im frühen Handel stieg die Notierung der Liontrust-Aktie um knapp 2,9 Prozent auf 825 Pence.

Im Rahmen des Übernahmedeals wird sich Robin Geffen von seiner aktuellen Position als Chief Executive Officer von Neptune zurückziehen, um sich künftig ausschließlich auf das Management seiner Fonds und die Leitung des Investmentteams zu konzentrieren. "Im Grunde war es eine leichte Entscheidung, Neptune an Liontrust zu verkaufen", erklärte Geffen in dem Zusammenhang. Er sei extrem beeindruckt gewesen von der exzellenten Führung sowie der unternehmerischen Einstellung der Geschäftsleitung von Liontrust, aber auch dem Markenprofil des Unternehmens sowie den Vertriebs- und Marketingkapazitäten.

Win-win-Situation
Auch John Ions, Chief Executive von Liontrust, ist offenbar davon überzeugt, dass der Deal eine Win-win-Situation für beide Seiten darstellt. "Neptune ist eine großartige Akquisition für Liontrust und wird unser bereits ausgezeichnetes Anlageangebot in Bereichen mit starker Nachfrage wie globalen Aktieninvestments, Dividendenstrategien und Aktien aus Schwellenländern erweitern."  

Bezahlt werden soll der Deal in Form von Aktien: Liontrust wird eine erste Leistung in Höhe von 35 Millionen Pfund in Form von neuen Anteilscheinen erbringen, die an Neptun-Aktionäre ausgegeben werden sollen. Weitere fünf Millionen Pfund sollen in Form von neuen Aktien fließen, vorausgesetzt, dass die verwalteten Assets in den drei Monaten vor dem dritten Jahrestag des Übernahmebeschlusses über vier Milliarden Pfund liegt. Die neuen Aktien, die rund 9,45 Prozent des Grundkapitals von Liontrust ausmachen, unterliegen einer Sperrfrist von zwölf bis 24 Monaten.

Das Unternehmen fügte hinzu, dass die Integration und Reorganisation von Neptune rund 16 Millionen Pfund kosten wird, bei Transaktionskosten von zwei Millionen Pfund. Die Akquisition soll im Oktober angeschlossen sein, dann werden die von Neptune eingebrachten Fonds in Liontrust umbenannt. (hh)