Die Berliner Fluggesellschaft Germania hat die Leasingverträge für die beiden Flugzeuge des geschlossenen Fonds "Air Portfolio II" verlängert. Die Airbus A319 werden weitere sechs Jahre bei Germania im Einsatz sein. Dabei ist der Airline die Reduzierung der monatlichen Leasingrate von 180.000 Euro auf 165.000 Dollar (rund 141.000 Euro) gelungen. Die jetzigen Leasingverträge laufen im März dieses Jahres aus. Die Anschlussbeschäftigung hat der Assetmanager Doric arrangiert.

Fonds muss Kredittilgungen senken
Für die Anleger ändert sich durch die geringeren Mieteinnahmen ihres Fonds unmittelbar nichts. Sie erhalten wie schon in den vergangenen Jahren weiter keine Auszahlungen. Allerdings müssen die Tilgungspläne bei den langfristigen Darlehen angepasst werden, weil "die Tilgungsleistungen auf derzeitigem Niveau" nicht weiter geleistet werden können, schrieb Lloyd Fonds im Dezember 2014 an die Anleger. Die Nord LB habe "Bereitschaft signalisiert, weitere Tilgungsstundungen zu akzeptieren und den Tilgungsplan an die neuen Leasingeinnehmen anzupassen". Die Zustimmung soll auch bereits erfolgt sein.

Lloyd Fonds hat den Fonds im Jahr 2007 aufgelegt. Das Investitionsvolumen beläuft sich inklusive 24,7 Millionen Euro Eigenkapital auf knapp 61 Millionen Euro. Die beiden Flugzeuge waren ursprünglich an die Fluggesellschaft HI Hamburg International vermietet. Die Airline hat jedoch im Oktober 2010 Insolvenz angemeldet. Anfang 2011 wurden die Airbus A319 für vier Jahre an Germania vermietet. Für die Jahre 2015 bis 2025 rechnete Lloyd Fonds damals mit einer Leasingrate von 190.000 Euro pro Monat.

Anleger hängen weiter in der Warteschleife
Bislang hat der Fonds erst einmal eine Auszahlung an die Anleger geleistet. Es waren 7,5 Prozent des Kommanditkapitals, die im Dezember 2009 an die Gesellschafter gezahlt wurden. Das Insolvenzverfahren des Altmieters Hamburg International ist für den Fonds auch noch nicht ausgestanden. Lloyd Fonds hat beim Insolvenzverwalter Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe angemeldet. Umgekehrt forderte der Insolvenzverwalter die Rückzahlung von Leasingratenzahlungen der Airline an den Fonds. Es geht um insgesamt rund 2,9 Millionen Euro.

Das Fondsmanagement lehnte mit rechtlicher Beratung die Forderung ab. Der Insolvenzverwalter fordert nunmehr "nur" noch 233.000 Euro pro Flugzeug. Über die Zahlung dieser Vergleichssumme ließ Lloyd Fonds die Anleger bis 12. Januar dieses Jahres abstimmen. "Ohne eine solche Einigung wäre zu befürchten, dass der Insolvenzverwaltet versuchen würde, den gesamten ursprünglich geltend gemachten Betrag gerichtlich einzufordern", warb Lloyd Fonds für die Zustimmung zu diesem Vergleich. Ob die Flugzeuge nach Auslaufen der neuen Leasingverträge im Jahr 2021 erneut vermietet oder verkauft werden, steht noch nicht fest. Bis dahin werden die Anleger weiterhin kein Geld von ihrem Investment sehen. (ae)