Die Investoren des insolventen Containermanager Magellan Maritime Services müssen sich weiter in Geduld üben. Denn seit der Gläubigerversammlung im vergangenen Oktober ist für sie noch nichts Zählbares geschehen. Nun kündigte der Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt an, im Juli die ersten Auszahlungen an die Anleger vorzunehmen.

Einschränkungen bei den Auszahlungen
Dabei werden die Mieten ausgekehrt, die von den Reedereien nach dem Insolvenzantrag für die Zeit vor der Insolvenz gezahlt haben. Nach Angaben des Insolvenzverwalters geht es konkret um die Mieten für die tatsächlich vermieteten Container in den Monaten März, April und Mai 2016. Diese Zahlungen stehen den Investoren direkt zu und fließen – anders als die ab Beginn des Insolvenzverfahrens eingenommenen Mieten – nicht in die Insolvenzmasse ein.

Anleger haben mit dem aktuellen Rundschreiben Borchardts eine Aufstellung der Auszahlungen, die sie erwarten können, erhalten. Ein wichtiges Detail: Zur Ausschüttung kommen nicht die garantierten Mieten, die Magellan den Investoren ursprünglich vertraglich versprochen hatte, sondern nur die tatsächlich von den Reedereien gezahlten. Und von diesen wird durch das Insolvenzverfahren ein Kostenbeitrag von neun Prozent zuzüglich Umsatzsteuer abgezogen.

Exklusive Verhandlungen mit einem Bieter
Aus der Anlegerpost vom 25. April 2017, die FONDS professionell vorliegt, geht erstmals auch hervor, dass ein kleiner Teil der Container "nicht vorhanden“ ist und ein Teil der Container im Frühjahr 2016 nicht vermietet war. Die Anleger, denen diese Boxen gehören, erhalten keine Auszahlungen.

Die nächsten Informationen hat Borchardt für Juni angekündigt. Dann will er die Investoren über den Stand der Verkaufsbemühungen und ein alternatives Fortführungskonzept unterrichten. Der Insolvenzverwalter führt nach eigenen Angaben in Absprache mit dem Gläubigerausschuss nur noch mit einem einzigen Interessenten Verkaufsverhandlungen. "In den kommenden Wochen werde ich daher mit dem verbliebenen Bieter die Details des möglichen Verkaufs aushandeln“, erklärte Borchardt. (ae)