Im Steuerskandal um sogenannte Cum-Ex-Dividendengeschäfte ist die prominente Großkanzlei Freshfields in den Fokus der Ermittlungsbehörden geraten. Wie die "Süddeutsche Zeitung“ berichtet, durchsuchte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main in der vergangenen Woche Räume von Freshfields Bruckhaus Deringer in der Mainmetropole. Die inzwischen insolvente Maple-Bank soll Cum-Ex-Dividendengeschäfte durch ein Gutachten von Freshfields abgesichert haben. 

Die Kanzlei bestätigte die Durchsuchung ihrer Räume durch die Staatsanwaltschaft. Grund dafür sei ein früheres Mandatsverhältnis gewesen, "welches die Beratung im Zusammenhang mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften zum Gegenstand hatte, die schon einige Jahre zurückliegen“, erklärte sie. "Freshfields ist zuversichtlich, dass die Prüfung der Generalstaatsanwaltschaft ergeben wird, dass unsere Beratung rechtlich nicht zu beanstanden ist."

Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe
Die Maple-Bank, für die Freshfields ein umstrittenes Gutachten ausgestellt haben soll, war von der Finanzaufsicht Bafin 2016 geschlossen worden, weil ihr wegen einer Steuerrückstellung die Überschuldung drohte. Die Rückstellung stand der Bank zufolge in Zusammenhang mit umstrittenen Cum-Ex-Deals. Dabei schieben Investoren Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch solange hin und her, bis dem Fiskus nicht mehr klar ist, wem sie überhaupt gehörten. Ob dieses Vorgehen illegal ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Die jahrelang betriebenen und erst 2012 per Gesetz gestoppten Aktientransaktionen sollen den deutschen Staat insgesamt einen zweistelligen Milliardenbetrag gekostet haben. (fp)