Ein Vermummungsverbot wie für Demonstrationen und öffentliche Versammlungen gab es in Kreditinstituten nie. Und doch war es Kunden beim Betreten der Filialen untersagt, ihr Gesicht zu verbergen, beispielsweise mit einem Motorrradhelm oder einer Skimaske. Dann kam Corona – und der Mund-Nasen-Schutz hielt Einzug in den Alltag der Banken. Nicht nur die Mitarbeiter selbst, auch die Kunden sind dazu verpflichtet, eine solche Bedeckung zu tragen. Das weckt offenbar die Sorge, dass Kriminelle die Situation ausnutzen könnten.

Das neue, ungewohnte Umfeld könnte Ganoven in die Hände spielen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Die Sparkassen-Filiale in Mönchengladbach musste diese Erfahrung im Mai bereits machen, als ein Bankräuber mit Corona-Maske in die Filialräume eindrang und mit gezückter Waffe Geldscheine erbeutete. Seither ist die Branche für das Thema sensibilisiert.

Angestellte müssen wachsam sein
Aus Bankkreisen erfuhr die FAZ, dass manche Filialen ihr Sicherheitspersonal aufgestockt haben. Zudem kursieren Anweisungen, die Kunden im Zweifelsfall dazu aufzufordern, die Maske zu lüften oder sogar die Geschäftsräume zu verlassen. Klar ist: In den Schalterhallen der Kreditinstitute müssen die Angestellten künftig wohl noch aufmerksamer und wachsamer sein als vor der Corona-Krise. Nur so können sie frühzeitig eingreifen, wenn sich abzeichnet, dass die Maske für den Kunden mehr ist als nur ein Infektionsschutz. (fp)