Die Hamburger Privatbank Berenberg möchte sich angeblich von ihrem Vermögensverwalter-Office trennen. Zu entsprechenden Berichten der "Wirtschaftswoche" und des Branchendienstes "Citywire" wollte die Bank auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE keine Stellung nehmen.

Im Vermögensverwalter-Office bündelt die Bank ihre Dienstleistungen für externe Anlageprofis. In der Vergangenheit haben sich viele unabhängige Vermögensverwalter bei der Auflage eines Fonds für Berenberg als Verwahrstelle entschieden, weil sie den Service des Hauses zu schätzen wussten.

Vor gut einem Jahr musste die Einheit jedoch einen herben Rückschlag einstecken: Michael Gillessen, der diesen Bereich seit 2013 aufgebaut hatte, verließ das Institut. Im April dieses Jahres machte er sich gemeinsam mit Frank Eichelmann und Sven Hoppenhöft, die er zu Berenberg gelotst hatte, mit einem Beratungshaus selbstständig.

Hauck & Aufhäuser gilt als Interessent
Der "Wirtschaftswoche" zufolge betreut Berenberg mit dem Vermögensverwalter-Office rund acht Milliarden Euro für etwa 150 externe Partner. Es seien bereits mehrere potenzielle Käufer für diesen Geschäftsbereich angesprochen worden, schreibt das Blatt unter Berufung auf drei Insider. Der Preis "könnte im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen", heißt es in dem Artikel. Als aussichtsreicher Interessent gelte zurzeit die Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A).

Bekäme tatsächlich H&A den Zuschlag, würde sich gewissermaßen ein Kreis schließen: Bevor Gillessen, Eichelmann und Hoppenhöft zu Berenberg gewechselt waren, hatten sie bei Hauck & Aufhäuser die unabhängigen Vermögensverwalter betreut. (bm)