Die Zahl der Commerzbank-Filialen in Deutschland soll offensichtlich von 800 auf 400 sinken. Das berichtet das "Manager Magazin" unter Berufung auf "Kenner des Geldhauses". Der Filialabbau sei einer der Kernpunkte des Sanierungsplans, den der neue Vorstandschef Manfred Knof aller Voraussicht nach am 11. Februar vorstellen werde.

Eine Sprecherin des Instituts wollte diese Information auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA-AFX nicht kommentieren, bestätigte aber, dass sich Knof im Februar zu den Plänen der Bank äußern werde. Kommt es tatsächlich zum angekündigten Filialabbau, sinkt die Zahl der Commerzbank-Zweigstellen rasant: Erst im vergangenen Jahr hatte das Institut, das seit Jahren unter einer Ertragsschwäche leidet, 200 Filialen abgebaut. Sie sollten zunächst vorrübergehend wegen der Corona-Pandemie geschlossen werden, machten dann aber gar nicht mehr auf (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Bundesweit verschwanden binnen zehn Jahren 12.000 Zweigstellen
Covid-19 beschleunigt einen Trend, der schon vor vielen Jahren begonnen hat. Für Ende 2019 – neuere Daten liegen noch nicht vor – weist die Bundesbank 26.667 Zweigstellen aus. Das sind fast 12.000 weniger als zehn Jahre zuvor.

Allein in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Filialen im Schnitt um sechs Prozent pro Jahr gesunken. In den kommenden Jahren dürfte sie sogar um acht Prozent jährlich schrumpfen, prognostiziert das Beratungshaus Investors Marketing. Ihr Chef Oliver Mihm rechnet damit, dass es 2025 nur noch 16.000 Zweigstellen geben wird. Den "beschleunigten Abbaueffekt durch Corona" beziffert er auf 3.500. Behält er recht, gibt es 2025 nur noch halb so viele Geschäftsstellen wie 2016. (bm)


Wie die Corona-Pandemie den Filialabbau befeuert, lesen Sie in FONDS professionell 3/2020 ab Seite 386 oder hier im E-Magazin (Anmeldung erforderlich).