Immer wieder gerät die Deutsche Bank wegen ihrer Geschäftsbeziehung zu Noch-US-Präsident Donald Trump in die Schlagzeilen. Nun hat die Leitung des Kreditinstituts offenbar genug von der schlechten Presse: Insidern zufolge sucht sie nach einer Möglichkeit, ihren prominentesten Kunden loszuwerden. Die Bank habe die Nase voll davon, wegen Trump immer wieder in den Fokus der Berichterstattung zu geraten, sagten drei hochrangige Manager der Nachrichtenagentur Reuters.

Den Insidern zufolge hat ein Managementausschuss, der sich mit Reputationsrisiken befasst, mehrere Optionen diskutiert, wie man die Geschäftsbeziehung mit Trump galant beenden könnte. Eine Idee war, die an den US-Präsidenten ausgereichten Kredite weiterzuverkaufen. Weil unklar ist, wer die pikanten Darlehen übernehmen würde, kam dieser Vorschlag aber nicht sonderlich gut an. Aktuell schuldet die Trump Organization der Deutschen Bank laut Reuters immerhin noch rund 340 Millionen US-Dollar.

Kein Präsidentenamt – kein Schutz
Insgesamt hat sich Trump von Deutschlands führendem Geldhaus seit Ende der 1990er Jahre mehr als zwei Milliarden Dollar geliehen. Die Deutsche Bank hat sich mit diesen Krediten einigen Ärger eingehandelt. So verlangten etwa die Demokraten im US-Kongress immer wieder Auskünfte über die Geschäfte der Bank mit dem Präsidenten – ein Ansinnen, das das Institut unter Verweis auf die Gesetzeslage zurückwies. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren, die die Deutsche Bank wegen möglicher Geldwäsche-Verstöße im Visier hat, will es nicht dabei belassen: "Ich werde weiterkämpfen. Darauf können Sie wetten", sagte sie gegenüber Reuters.

Wie es weitergeht, hängt stark vom Ausgang der US-Wahl am heutigen Dienstag (3.11.) ab. Falls Trump verliert und die Demokraten künftig sowohl den Präsidenten stellen als auch den Kongress kontrollieren, dürften die Untersuchungen zu Trumps Finanzen an Dynamik gewinnen. Die Deutsche Bank hätte dann bessere Chancen, ihren missliebigen Kunden loszuwerden. Sollte Trump wiedergewählt werden, würden seine Darlehen dagegen wohl bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit verlängert. (fp)