Nach dem Rücktritt von Hans-Jörg Vetter von seinem Posten als Aufsichtsratschef der Commerzbank will das Institut die Position schnell wieder besetzen, wie das "Handelsblatt" berichtet. Intern werde Andreas Schmitz, der ehemalige Chef der Deutschland-Tochter von HSBC, als Kandidat für den Aufsichtsratsvorsitz gehandelt. Nach Informationen der Zeitung hat sich nun aber auch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in die Suche eingeschaltet und zwei weitere Kandidaten ins Spiel gebracht. Dabei soll es sich Finanzkreisen zufolge um den Chef der KfW, Günther Bräunig, handeln sowie um dessen Vorstandskollegin Ingrid Hengster.

Unter diesen drei Kandidaten solle zeitnah eine Lösung gefunden werden, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen. Schmitz und Hengster gelten offenbar als bevorzugte Anwärter für den Posten des Chefkontrolleurs. Hengster verfügt als KfW-Vorständin über Erfahrungen im politischen Raum. Außerdem hat die Österreicherin von 1986 bis 1995 schon einmal für die Commerzbank gearbeitet. Anschließend machte sie bei internationalen Geldhäusern wie UBS, Credit Suisse, ABN Amro und Royal Bank of Scotland Karriere.

Die weiteren Kandidaten
Günther Bräunig, der demnächst als KfW-Chef abtritt, stehe ebenfalls auf der Kandidaten-Liste. Unter Bankern gelte es jedoch als eher unwahrscheinlich, dass er den Posten übernimmt. Andreas Schmitz ist seit Anfang 2021 im Kontrollgremium der Commerzbank vertreten. Als ehemaliger Chef der Düsseldorfer HSBC Trinkaus & Burkhardt verfüge er aus "Sicht von Beteiligten" über die Erfahrung, um das Amt zu übernehmen. Allerdings sei er in der Politik nicht ausreichend vernetzt, geben Kritiker dem "Handelsblatt" zufolge zu bedenken. Sprecher des Finanzministeriums, der Commerzbank und der KfW hätten sich zu den Personalien nicht äußern wollen, schreibt die Zeitung.

Vetter war am vergangenen Dienstag (16. März) aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Übergangsweise hat sein Stellvertreter Uwe Tschäge das Amt übernommen. Der Betriebsratschef machte aber klar, dass er die Position nur so lange innehaben soll, bis die Anteilseigner einen neuen Vorsitzenden gefunden haben. (am)