Die Ergo sucht offenbar eine schnelle Entscheidung bei dem ins Auge gefassten Verkauf von rund sechs Millionen klassischen Lebensversicherungen der Ergo Leben und der Victoria Leben. Der Versicherer plant, schon Mitte November erste unverbindliche Angebote für den Bestand einzuholen und auf deren Basis möglicherweise konkrete Verhandlungen zu starten, wie das "Handelsblatt" meldet. Die Munich-Re-Tochter wollte diese Information gegenüber der Zeitung nicht kommentieren.

Dem Handelsblatt zufolge peilt Ergo-Chef Markus Rieß noch im laufenden Jahr eine Richtungsentscheidung für den im Branchenjargon Run-off genannten Verkauf der Policen an eine externe Gesellschaft an. Daher habe der Düsseldorfer Konzern potenziellen Käufern Daten zur Verfügung gestellt, anhand derer sie die relevanten Kennziffern prüfen können. Bei den Interessenten soll es sich um Finanzinvestoren und spezialisierte Run-off-Plattformen handeln.

Auch Generali und Axa sondieren Verkauf alter Bestände
Neben der Ergo sondieren auch Generali und Axa einen Verkauf von älteren, hoch verzinsten Lebensversicherungen an ein externes Unternehmen (FONDS professionell ONLINE berichtete). Die Hauptgrund für diese Überlegungen ist das Niedrigzinsumfeld: Wegen der Minizinsen haben die Versicherer große Probleme, die Erträge zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden in besseren Jahren versprochen hatten. Mit Anleihen bonitätsstarker Schuldner funktioniert das nicht mehr, also investieren sie soweit erlaubt in riskantere Anlagen. Für solche Investments schreibt die EU-Richtlinie Solvency II allerdings hohe Eigenmittel vor. (jb)