Konkurrenz belebt das Geschäft – wenn auch bisweilen nicht das eigene, sondern das der Anwälte. Die Macher von Check24 werden das sicher unterschreiben. Der deutsche Marktführer unter den Vergleichsportalen für Versicherungen und Kredite lag beispielsweise eine gefühlte Ewigkeit mit dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) wegen seiner digitalen Abfragestrecke bei Policen im juristischen Dauerclinch (FONDS professionell ONLINE berichtete). Geschadet hat es ihm nicht – zumindest bislang.

Jetzt könnte es aber eng werden: Der Fintech-Inkubator Finleap plant nach einem Bericht der Branchenportale "Gründerszene" und "Finanzszene.de" den Start eines Vergleichsportals für Finanzprodukte – und möchte damit Check24 frontal angreifen. Finanzielle Unterstützung erhalte Finleap laut dem Bericht vom chinesischen Versicherungsriesen Ping An, dessen Jahresumsatz bei rund 135 Milliarden Euro liegt. Die Rede ist von einem dreistelligen Millionenbetrag, den Ping An den Berlinern, an denen sie seit Ende 2018 beteiligt sind, für das Projekt zur Verfügung stellen würde. Noch in diesem Jahr soll es losgehen. Sowohl Finleap als auch Ping An haben der Meldung zufolge bisher keine Stellungnahmen zu dem Thema abgegeben. 

Dem Vernehmen nach sollen zudem zwei weitere hochkarätige Firmen als Geldgeber mit im Boot sein: Die Allianz und die Huk-Coburg. Beiden sind die hohen Provisionen für Check24 ein Dorn im Auge. Der Coburger Versicherer verweigert daher ganz die Kooperation mit dem Digital-Unternehmen, die Allianz lässt nur Tarife ihrer Tochter Allsecur auflisten. Ein wehrhafter Herausfordererzu Check24 und der Nummer zwei am Markt, Verivox, ist sicher in ihrem Sinne. Die Huk-Coburg versuchte es in der Vergangenheit sogar selbst mit einem eigenen Vergleichsportal. Das Experiment "Transparo" scheiterte aber, der Vergleichsrechner ging in Verivox auf. (jb)