Die Generali Versicherung plant, exklusive Verhandlungen mit Viridium über den Verkauf ihres Bestandes an klassischen Lebenspolicen aufzunehmen – im Fachjargon als externer Run-off bezeichnet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Sowohl die Generali als auch die genannte Run-off-Plattform, hinter der der Finanzinvestor Cinven und die Hannover Rück stehen, haben sich gegenüber Reuters zu dem Thema nicht geäußert. 

Damit hätte Viridium Kokurrenten wie die Athene Holding, die zusammen mit Viridium schon im März in Medienberichten als potenzielle Verhandlungspartner genannt wurden, ausgestochen. Eine finale Entscheidung stehe aber noch aus, so Reuters.

Generali grübelt seit einem Jahr
Die Generali überlegt seit vergangenem Jahr, die rund vier Millionen Verträge abzustoßen. Die Gesellschaft leidet wie andere Wettbewerber unter den Minizinsen. Diese setzen sie unter Druck, die garantierten Renditen für klassische Lebenspolicen zu erwirtschaften. Zudem müssen die Gesellschaften hohe Rückstellungen bilden, um ältere Garantieversprechen erfüllen zu können. Aus diesem Grund hatte die Generali Deutschland bereits Ende 2015 das Neugeschäft mit diesen Produkten weitgehend eingestellt.

Zwischenzeltich hat der Versicherer auch überlegt, die Bestände selbst abzuwickeln. Auch eine dritte Option wurde angedacht: Den Verkauf der Bestände an eine externe Gesellschaft, wobei die Generali einen Minderheitsanteil am Abwickler bekommen könnte. Auf diese Weise könne man den Prozess der Abwicklung begleiten (FONDS professionell ONLINE berichtete). (jb)