Der UBS-Verwaltungsratsvorsitzende Axel Weber prüft im Rahmen regelmäßiger Überlegungen zu zukünftigen strategischen Optionen die Machbarkeit einer Mega-Fusion mit der Konkurrentin Credit Suisse, wie unter anderem "Bloomberg" unter Berufung auf Insiderinformationen berichtet. Der UBS-Chefkontrolleur hat den informierten Kreisen zufolge das Thema mit externen Beratern erörtert, es jedoch bislang nicht auf der Konzernleitungsebene angesprochen. Die Prüfung sei Teil regelmäßiger interner Planungsverfahren, doch es fänden derzeit keine formellen Gespräche zwischen den beiden Schweizer Banken statt.

Zuerst hatte das Onlineportal "Inside Paradeplatz" über eine mögliche Elefantenhochzeit berichtet und auch den angeblichen Namen genannt, unter welchem das Vorhaben intern firmiert: "Signal". Demnach könnten Weber und Credit-Suisse-Verwaltungsratschef Urs Rohner sich bereits im nächsten Jahr auf eine Fusion einigen. "Signal" sei sowohl mit dem Schweizer Finanzminister Ueli Maurer abgestimmt, und auch die nationale Aufsichtsbehörde Finma sei involviert. Beide Banken lehnten es ab, sich zu dem Bericht zu äußern.

Deal ist "nicht wahrscheinlich"
Zwar könnten mit einem Deal zwischen den beiden Schweizer Banken kostspielige Doppelbesetzungen und Überschneidungen beseitigt werden, aber die Durchführung einer solchen Transaktion dürfte schwierig sein, meint Andreas Venditti, Analyst bei Vontobel. "Die Regulierung wäre in meinen Augen die größte Hürde", sagt Venditti. Ein Deal ist für ihn daher nicht wahrscheinlich, da die Anforderungen umso härter sind, je größer eine Institution ist.

Auch Schweizer Medien wie die "Neue Züricher Zeitung" (NZZ) geben einer Fusion nur geringe Chancen. "Beide Banken verfügen zwar über eine solide Kapitalbasis, sind strategisch auf das vielversprechende Kerngeschäft Vermögensverwaltung ausgerichtet und arbeiten mit Hochdruck an der digitalen Transformation ihres Geschäfts. Aber es fehlt ihnen an attraktiven Zukunftsperspektiven, und es will nicht gelingen, auf einen steileren Wachstumspfad einzubiegen – auch nicht in der Vermögensverwaltung", stellen die NZZ-Redakteure fest. 

Kostenreduktion ist noch kein Geschäftsmodell
Eine Zusammenführung wäre mit vielen Überlappungen und Doppelspurigkeiten verbunden – "vergleichbar mit der Zusammenlegung zweier Panini-Fußballbildchen-Sammlungen, bei denen 70 Prozent der Fotos doppelt vorhanden sind", heißt es in dem Artikel. Oder anders gesagt: Eins plus eins ergibt nicht zwei, sondern allenfalls 1,4 oder 1,5. Ein solcher Deal liefe letztlich darauf hinaus, Synergien auf der Kostenseite zu heben. "Aber Einsparungen allein sind keine überzeugende Basis für eine Großfusion. Zudem wäre die fusionierte Bank auf Jahre hinaus mit sich selbst beschäftiget statt mit ihren Kunden – wie dies schon nach der Finanzkrise der Fall war." (mb/ps)