Die Württembergische Versicherung ist offenbar an der Übernahme eines Versicherungsportfolios des digitalen Sachversicherers Neodigital interessiert, einer Beteiligung des bekannten Investors Carsten Maschmeyer. Das berichtet der Branchendienst "Sachthemen Blog" unter Berufung auf ein laufendes Verfahren beim Bundeskartellamt (Az. B9-73/26).

Sowohl Neodigital, das seine Policen über Makler und Maklerpools vertreibt, als auch die Württembergische haben den Vorgang auf Anfrage des Branchendienstes grundsätzlich bestätigt. "Hintergrund für diesen Vorgang ist eine strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Aufgrund noch laufender Abstimmungen können wir uns aktuell noch nicht zu den Details äußern. Wir bitten daher noch um ein paar Tage Geduld und werden den Sachverhalt anschließend transparent erläutern", wird Neodigital zitiert.

Nächster Bereichsverkauf?
Weitere Details sind nicht bekannt. Beide Unternehmen kündigten allerdings an, sich bald äußern zu wollen. Da aber offenbar nur über ein Versicherungsportfolio verhandelt wird, möchte die Württembergische den Mitbewerber nicht vollständig übernehmen, sondern nur einen Teil. Das wäre für Neodigital nicht das erste Mal: Bereits 2025 hat die Huk-Coburg das zuvor zusammen gegründete Joint Venture "Neodigital Autoversicherung" gekauft.

Zudem könnte die von Neodigital gewählte Formulierung "strategische Weiterentwicklung des Unternehmens" laut "Sachthemen Blog" auf eine Änderung des Geschäftsmodells hindeuten: Neodigital bietet nicht nur eigene Privathaftpflicht-, Tierhalterhaftpflicht-, Hausrat- und Wohngebäudepolicen an, sondern stellt anderen Versicherungsgesellschaften seine digitale Plattform für die Produktentwicklung zur Verfügung. (jb)