Selbst mit den besten Investmentlösungen können Fondsanbieter bei Privatkunden nur dann Erfolg haben, wenn sie auch das Anlageverhalten der Retailanleger berücksichtigen. Dies sagte Furio Pietribiasi, Vorstandschef von Mediolanum International Funds, im Interview mit FONDS professionell. "Viele unterliegen der Versuchung, in steigende Märkte hinein zu kaufen und in Korrekturen zu verkaufen", erläutert Pietribiasi. Bei einer solchen Haltung könne man auch mit den besten Investmentprodukten keine guten Resultate erzielen.

"Daher gehört zu den Produkten unbedingt eine gute Finanzberatung dazu", führt der Manager in dem Interview aus. "Der Berater kann den Privatanlegern helfen, emotionalen Impulsen zu widerstehen. Damit erzielen die Endkunden letztendlich bessere Resultate und sind glücklicher." Pietribiasi leitet seit mehr als zehn Jahren den irischen Fondsarm der italienischen Großbank. Hierzulande sind die Mailänder über die Gamax-Fondspalette bekannt, die über Patriarch Mulit-Manager vertrieben wird.

Fokus auf unabhängige Finanzberater
Das Deutschland-Geschäft will Pietribiasi ausbauen. "Mit Dirk Fischer von Patriarch haben wir zuletzt die Kooperation ausgeweitet", berichtet der Mediolanum-Chef. "Nun bieten wir über diese Gesellschaft unser gesamtes Sortiment an." (FONDS professionell ONLINE berichtete.) Daneben kooperiert das Haus etwa mit DJE und Jung, DMS & Cie. Andere Anbieter sollen folgen. "Wir verhandeln mit weiteren Kooperationspartnern, etwa für investmentbasierte Versicherungslösungen, sowie mit Beraternetzwerken. Unser klares Ziel ist, den Vertrieb über diese Kanäle auszubauen."


Wo das Mediolanum-Team die besten Fondsmanager findet, verrät Furio Pietribiasi im vollständigen Interview, das in Heft 2/2021 von FONDS professionell erschienen ist. Angemeldete Leser finden den Artikel auch hier im E-Magazin.


Bei den Expansionsplänen legen die Italiener den Fokus auf unabhängige Finanzberater. "Für Fondsanbieter bedeutet es viel Arbeit, unabhängige Finanzberater zu betreuen", erläutert Pietribiasi. Nicht alle Gesellschaften würden über die Kapazität verfügen, um mit einem so granularen Geschäft umgehen zu können. "Für sie ist das nicht effizient. Unser Haus hingegen ist in dieses Modell hineingeboren", führt der Manager aus. In Italien und Spanien vertreibt die Gesellschaft ihre Fonds über angeschlossene Finanzberater-Netzwerke. "Wir wissen genau, welche Instrumente Finanzberater benötigen, um ihren Kunden einen hervorragenden Service bieten zu können", so Pietribiasi.

Hauseigene Expertise ausbauen
Die Mediolanum-Fonds fahren einen Multi-Manager-Ansatz. Die Portfoliomanager vergeben entweder Mandate an ausgesuchte externe Manager oder die Gesellschaft legt einen Dachfonds auf. "Wir wollen auch unsere hauseigene Investmentkompetenz erweitern, insbesondere in den Bereichen Aktien und Anleihen", ergänzt Pietribiasi. Lediglich zehn Prozent des verwalteten Vermögens betreue das Haus selbst. "Wir wollen dies über die nächsten fünf Jahre auf ein Drittel aufstocken." Daher werde das Team in Dublin ausgebaut. "Wir verfolgen dann immer noch einen Multi-Manager-Ansatz. Wir wollen nur häufiger einer der Manager sein – aber niemals der einzige." (ert)