Berkshire Hathaway musste im ersten Quartal 2020 einen Verlust von sage und schreibe 49,75 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielte die Investmentfirma von Star-Investor Warren Buffett noch einen Gewinn von 21,66 Milliarden Dollar. Allerdings: Operativ verdiente Berkshire mit 5,87 Milliarden Dollar sechs Prozent mehr als im ersten Quartal 2019.

Berkshire muss gemäß den Bilanzregeln jedoch auch unrealisierte Aktienverluste und -gewinne melden, was beim Nettoergebnis zu hohen Schwankungen führt – und die Aktieneinbrüche wegen der Coronakrise wirkten sich nun entsprechend aus. Für Buffett ist diese Kennziffer aber eher bedeutungslos – als langfristiger Investor ist für ihn der operative Gewinn viel aussagekräftiger.

Sämtliche Airline-Aktien verkauft
Im Rahmen der (erstmals virtuell stattfindenden) Hauptversammlung von Berkshire Hathaway gab Buffett bekannt, dass er inzwischen alle seine Airlines-Beteiligungen – Delta Air Lines, American Airlines, Southwest Airlines und United Airlines – verkauft hat. Die Welt für Fluggesellschaften habe sich verändert und er wisse nicht, ob die Menschen in drei, vier Jahren genauso viel fliegen würden wie im letzten Jahr. Buffett geht offenbar davon aus, dass die Luftfahrtindustrie noch lange unter der Krise leiden und sich von ihr nicht mehr vollständig erholen wird.

"Wetten Sie niemals gegen Amerika"
Mit Blick auf die US-Wirtschaft räumte der Star-Investor ein, dass diese aufgrund der Corona-Krise einer beispiellosen Herausforderung gegenüberstehe: Man sei "tatsächlich mit nichts konfrontiert, das diesem Problem irgendwie ähnelt. Aber wir hatten schon größere Probleme. Amerikanische Wunder und die amerikanische Magie haben immer gesiegt, und sie werden es wieder tun", gab sich Buffett zuversichtlich. Und dementsprechend hatte er auch gleich einen Rat für Zocker parat: "Wetten Sie niemals gegen Amerika!" (mb)