Immer mehr Banken erhöhen die Gebühren für Girokonten oder für Leistungen rund um das Girokonto, etwa für Überweisungen, das Ausstellen einer Kreditkarte oder das Geldabheben am Automaten. Allein im ablaufenden Jahr haben 538 Kreditinstitute mindestens die monatliche Kontoführungsgebühr angehoben. Das zeigt eine Untersuchung von Horst Biallo, Betreiber des Portals Biallo.de, für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). 

Weitere mindestens hundert Banken und Sparkassen haben zwar die Grundgebühr unangetastet gelassen, dafür aber einzelne Posten angehoben. Oder sie verlangen nun Geld für Leistungen, die im Vorjahr noch kostenlos gewesen waren, zum Beispiel das Geldabheben an hauseigenen Geldautomaten. "Der Trend geht dahin, alles zu bepreisen, was zu bepreisen geht", so Biallo in der FAS.

Online-Konten werden teurer
Die größten Preisanstiege gab es ausgerechnet bei Online-Konten. Diese kosten nun im Schnitt 3,63 pro Monat. Das sind rund 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Am teuersten sind Premiumkonten, die sich mit aktuell fast zehn Euro pro Monat gegenüber vergangenem Jahr im Schnitt um rund fünf Prozent verteuert haben. Es kann sich heute eher lohnen, ein Premiumkonto zu eröffnen als ein gängiges Filialkonto, bei dem sich die Gebühren für Einzelleistungen über den Monat hinweg summieren, so ein Ergebnis der Auswertung.

Die meisten größeren Häuser wie Commerzbank, Deutsche Bank und Hamburger Sparkasse sowie größere Direktbanken wie ING und Consorsbank haben ihre Gebühren seit vergangenem Jahr nicht angehoben. Dafür haben sie laut Biallo allerdings in früheren Jahren oft umso stärker zugelangt. So waren die monatlichen Grundgebühren bei der Deutschen Bank im Juli 2018 um fast 20 Prozent gestiegen.

Die nächste Gebührenrunde steht an
Anfang kommenden Jahres wollen die nächsten Banken und Sparkassen ihre Gebühren anheben, berichtet die FAS. Dazu gehören laut Biallos Recherchen die Kreissparkasse Köln, die Volksbank Mittelhessen und die BW-Bank. Bei rund hundert Geldhäusern müssen Kunden nach wie vor nichts fürs Girokonto bezahlen. Mehr als die Hälfte dieser Institute stellt dafür aber Bedingungen wie beispielsweise einen regelmäßigen Geldeingang. (fp)