Merck Finck möchte mittels Übernahmen wachsen. Die Münchener Privatbank führt "konkrete" Gespräche über Zukäufe, erklärte Vorstandschef Matthias Schellenberg, der die Bank seit zwei Jahren leitet und zuvor im Vorstand der UBS Deutschland war, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

"Bei einigen Übernahmezielen sind wir schon über den Schritt des Screenings hinaus. Gehen Sie davon aus, dass Sie in den nächsten Monaten mehr dazu von uns hören werden." Konkrete Namen nannte Schellenberg nicht. Die Zukäufe müssten aber zur Strategie der Bank passen, die sich vorrangig um Kunden mit einem Vermögen ab einer Million Euro aufwärts kümmert. 

Merck Fink sucht händeringend neue Berater
Die Privatbank hat der Meldung zufolge allerdings noch eine andere Baustelle: Sie sucht neue Berater. So hatte Merck Finck in Hamburg unlängst ein ganzes Team an einen Konkurrenten verloren. Immerhin 20 neue Bankberater haben aber schon ihre Verträge unterschrieben. "Doch die 20 liegt deutlich über dem, was wir kompensieren müssen", sagte Schellenberg.

Ihren Hauptsitz hat die 1870 gegründete Merck Finck in München. Mit rund 300 Mitarbeitern, davon 100 Beratern, verwaltet sie derzeit etwa zehn Milliarden Euro an Kundengeldern. Für 2017 hatte die Bank nach mehreren schwierigen Jahren einen operativen Gewinn in Höhe von drei Millionen Euro ausgewiesen. Und wie ist 2018 gelaufen? "Wir konnten substanzielle Nettozuflüsse verzeichnen", so Schellenberg. "Das vergangene Jahr stand für uns aber ganz im Zeichen höherer Investitionen in die IT, um die Digitalisierung voranzutreiben. Diese Investitionen werden sich auch im Jahresabschluss widerspiegeln." Der sei jedoch noch nicht gemacht. (bloomberg/jb)