Metallrente: Größtes Versorgungswerk trotzt unsicherem Umfeld
Das größte deutsche Branchenversorgungswerk für die Betriebsrente ist weiter im Aufwind – trotz wirtschaftlicher Unsicherheit bei den Arbeitgebern. Wie Fonds-Direktversicherungen und der Metall-Pensionsfonds helfen, Altersarmut zu begegnen.
Viele Firmen organisieren die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter in Versorgungswerken, häufig unter dem Dach eines Tarifvertrages, wo sich auch nichttarifgebundene Arbeitgeber anlehnen können. Vor 25 Jahren startete die Metallrente, das heute in Deutschland größte Versorgungswerk, bei dem der Arbeitgeberverband Gesamtmetall und die Gewerkschaft IG Metall gleichberechtigte Alleingesellschafter sind.
Das Versorgungswerk ist nach Jahren starken Wachstums 2025 "qualitativ gewachsen", wie die Geschäftsführung berichtet. Zum Jahresende gehörten insgesamt rund 1,144 Millionen Verträge zur kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung (bAV) und zur Arbeitskraftabsicherung (AKS) zum Bestand (2024: 1,12 Millionen). Davon betreffen 999.000 Verträge die bAV (+20.000) und 145.400 Policen die AKS (+4.000) – siehe auch folgende Übersicht. Die Marke von einer Million bAV-Bestandsverträgen knackte das Versorgungswerk im Januar 2026.

Metallrente strahlt auf andere Branchen aus
Zudem konnte die Metallrente ihren Verbreitungsgrad in der Metall- und Elektroindustrie und den angeschlossenen Branchen, wie Stahl, Textil und Bekleidung, IT sowie Holz und Kunststoff, weiter ausbauen. Das Versorgungswerk zählt inzwischen 55.885 Unternehmen als Kunden (+1.010). Insgesamt gab es 2025 fast 49.000 Neuverträge zur bAV (-12.000). "Die Entwicklung bei den Neuverträgen spiegelt die wirtschaftliche Realität der Branche wider: In einem Umfeld von Unsicherheit, Transformationsdruck und industrieller Herausforderung werden langfristige Vorsorgeentscheidungen naturgemäß zurückhaltender getroffen", bewertet Metallrente-Geschäftsführer Hansjörg Müllerleile das Ergebnis.
Ein großer Anteil der Direktversicherung entfiel 2025 auf die kapitalmarktnahen Produkte "Chance 80" und "Chance 90". Dahinter stehen arbeitsrechtliche Zusagen für beitragsorientierte Leistungszusagen (BoLZ) mit 80 beziehungsweise 90 Prozent Beitragsgarantie. Gemessen an der Beitragssumme entschieden sich bereits 60 Prozent der Kunden für diese kapitalmarktnahen Produkte.
Kapitalmarktnahe Tarife im Aufwind
Hintergrund: In der Metall-Direktversicherung werden drei Produktvarianten geboten. Beim sicherheitsorientierten Direktversicherungstarif ("Profil") geht die Kapitalanlage zu 100 Prozent in das Sicherungsvermögen der Versicherungspartner von Metallrente ein. Beim kapitalmarktnahen Direktversicherungstarif ("Chance 80" oder "Chance 90") fließt die Kapitalanlage ins Sicherungsvermögen der Versicherungspartner und bis zu 50 Prozent in Aktien und Anleihen (Metallrente-Fondsportfolio).
Für 2026 gibt es zum dritten Mal in Folge in allen Segmenten der Metall-Direktversicherung – deren Anteil am Gesamtbestand liegt bei 64 Prozent – eine Gesamtverzinsung von 3,5 Prozent. Die Neubeiträge über alle bAV-Durchführungswege sind im Vergleich zum Vorjahr um fast 13 Millionen Euro zurückgegangen (-16 Prozent). "Dennoch kann mit einem weiter gestiegenen durchschnittlichen Jahresbeitrag von 1.257 Euro 2025 eine wertige Versorgungsleistung erreicht werden", betont Metallrente-Geschäftsführerin Kerstin Schminke. Im Vorjahr waren es 1.236 Euro gewesen.
Metall-Pensionsfonds weiter mit Zulauf
Auf Nachfrage nannte die Metallrente auch einige Eckdaten zur Entwicklung des Metall-Pensionsfonds. In der Kapitalanlage fährt er drei Strategien: "Dynamik" (bis 57), "Balance" (bis 60) und "Sicherheit" (bis Renteneintritt). Die Anlage erfolgt im Metallrente-Fondsportfolio, in Rentenpapieren und im Sicherungsprodukt der Allianz Leben. Seit dem Start 2003 hat der Metall-Pensionsfonds in der Anlagestrategie "Dynamik" durchschnittlich 4,9 Prozent Rendite pro Jahr erzielt (bis Ende 2024 waren es 5,2 Prozent).
Der Pensionsfonds verbindet eine 100-Prozent-Beitragsgarantie mit Aktien- und Fondsinvestments im Metallrente-Fondsportfolio. Die Neuabschlüsse beliefen sich 2025 auf insgesamt 12.808 Verträge (2024: 19.130) und "stabilisieren sich, nach den außergewöhnlich hohen Zugangsjahren 2022 und 2023, auf hohem Niveau", so Müllerleile.
Konsortiallösung als Erfolgsrezept
Damit die Risiken eines so großen Kollektivs auf mehrere Schultern verteilt werden können, arbeitet das Versorgungswerk mit einem Konsortium an Versicherern zusammen. Die Bestände werden von Allianz, R+V, Swiss Life und Ergo gemäß ihrer jeweiligen Beteiligung gemeinschaftlich getragen. Auch den überwiegenden Teil der Kapitalanlage und den Vertrieb übernehmen die Konsorten. Innerhalb der Kapitalanlage gibt es aber auch ein exklusiv für die Metallrente von Allianz Global Investors aufgelegtes und verwaltetes Metallrente-Fondsportfolio.
"Über die strategische Kapitalanlage wird zweimal jährlich im Kapitalanlageausschuss, dem auch Vertreter von IG Metall und Gesamtmetall angehören, entschieden", heißt es bei der Metallrente. Alle Entscheidungen, die den Metall-Pensionsfonds und das Fondsportfolio betreffen, lägen vollständig beim Versorgungswerk und den beiden Sozialpartnern. "Unsere Kapitalanlage bleibt langfristig ausgelegt und dementsprechend typischerweise nicht taktisch motiviert", sagt Müllerleile auf Nachfrage.
Dialog für generationengerechte Altersversorgung
Dennoch fürchten sich laut einer von Metallrente in Auftrag gegebenen Studie "Jugend, Vorsorge, Finanzen 2025" 75 Prozent der 2.500 Befragten vor Altersarmut, bei den jungen Frauen bis 27 sind es sogar 82 Prozent. "In Dialog-Konferenzen mit jungen Leuten, Politikern und Entscheidungsträgern wollen wir Unsicherheiten abbauen, eine generationengerechte Altersversorgung voranbringen, vernetzen und Brücken bauen", so Kerstin Schminke. (dpo)















