Der Chef der Fondseinheit des britischen Finanzdienstleisters M&G, Joseph Pinto, zeigt sich "sehr zufrieden" mit der Geschäftsentwicklung seines Hauses in Deutschland und Österreich. "Wir verfügen über ein starkes Wholesale- und ein starkes institutionelles Geschäft", sagte Pinto im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Die Mittelzuflüsse waren bisher sehr gut. Wir gehen davon aus, dass wir diese Dynamik beibehalten werden." Das in Deutschland und Österreich verwaltete Vermögen beziffert Pinto auf 17 Milliarden Euro.

Das internationale Geschäft gewinne generell an Bedeutung für das britische Traditionshaus, führte Pinto aus. In den vergangenen drei Jahren sei das Volumen externer Kunden außerhalb Großbritanniens um rund 40 Prozent gewachsen. Das Wachstum komme vor allem aus Kontinentaleuropa sowie zunehmend aus Asien. Insgesamt legte in diesem Zeitraum das Geschäft mit Drittkunden, bei dem interne Gelder der M&G-Versicherungsparte nicht hinzugerechnet werden, um 29 Prozent zu.

Bestes Halbjahr seit Börsengang
Der Gesamtkonzern M&G hatte am Donnerstag (3.9.) das beste Ergebnis seit dem Börsengang im Jahr 2019 für ein Halbjahr verkündet. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis war um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 435 Millionen Pfund geklettert. Die Asset-Management-Einheit hatte unter dem Strich frisches Geld von externen Kunden in Höhe von 2,2 Milliarden Pfund einsammeln können.

Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass Werner Kolitsch, Länderchef von M&G für Deutschland, Österreich und die Schweiz, das Haus verlässt. Kolitsch kündigte in einem Beitrag in dem Karrierenetzwerk Linkedin an, dass nach elf "intensiven und inspirierenden" Jahren bei M&G die Zeit gekommen sei, sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Zuvor wolle er sich aber den lange gehegten Traum einer Weltreise erfüllen.

Nachfolge in Arbeit
Pinto kündigte im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE an, dass an einer permanenten Nachfolgelösung für Kolitsch gearbeitet werde und das Verfahren auf gutem Wege sei. "Das kam nicht völlig überraschend", erläuterte Pinto. "Wir hatten also Zeit, uns vorzubereiten." Interimsweise leitet ein Trio bestehend aus Ingo Matthey, Dirk Bradtmüller und Michael Labhart die Geschicke des Hauses in der Region. (ert)