Wenn Invest in Visions in diesen Tagen sein 20-jähriges Firmenjubiläum feiert, markiert das nicht nur einen runden Geburtstag, sondern eine echte Zäsur: Gründerin Edda Schröder zieht sich aus dem aktiven Geschäft zurück. Die Verantwortung geht an Oliver Fischer über, der künftig als Geschäftsführer die Geschicke lenken wird. Gemeinsam mit Lars Siebert, der weiterhin für Themen wie Compliance und interne Revision verantwortlich zeichnet, soll Fischer den Asset Manager in die nächste Wachstumsphase führen. Im Doppelinterview sprechen Schröder und Fischer ausführlich über diese Übergabe und darüber, was die DNA des Hauses auch in Zukunft prägen soll.

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Entwicklung des Mikrofinanzsektors in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Schröder erinnert sich an die anfängliche Skepsis von Investoren, wenn es darum ging, Kredite in Ländern wie Kirgisistan zu vergeben. Heute präsentiere sich der Markt deutlich professioneller, betont Fischer. Invest in Visions arbeite inzwischen überwiegend mit regulierten Banken in 34 Ländern zusammen, die strenge Eigenkapitalanforderungen erfüllen müssten. Dennoch sei noch viel Aufklärungsarbeit nötig, da vielen Anlegern noch immer nicht klar sei, was Mikrofinanz im Kern ausmache: Kein bloßes Charity-Projekt, sondern ein Geschäftsmodell, das finanzielle Rendite mit messbarer sozialer Wirkung verbinde.

Entscheidender Unterschied
Darüber hinaus äußern sich beide zu der in der Vergangenheit geäußerten Kritik an Mikrofinanzfonds. Man betrachte diese als Chance, um Prozesse zu hinterfragen und sich stetig zu verbessern, so der Tenor. Auch die Abgrenzung von klassischer ESG-Integration zu echtem Impact Investing wird diskutiert. Die Direktheit der Wirkung sei der entscheidende Unterschied, erläutert Schröder. Während ESG-Ansätze oft nur indirekt wirkten, fließe das Kapital bei Mikrofinanz gezielt in unterversorgte Märkte. (hh)


Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Edda Schröder und Oliver Fischer haben wir in der Bilderstrecke oben zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 360. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.