Milliardenreserve schlummert in Sparkassen und Genobanken
Eine Studie sieht bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken erhebliches Potenzial für die Emission von AT1-Anleihen. Demnach könnten die Institute ihre Kapitalbasis stärken und damit zusätzliche Spielräume für die Kreditvergabe schaffen.
Die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben ein milliardenschweres Emissionspotenzial für AT1-Papiere, was zusätzliches Kreditvolumen freisetzen könnte. Das ist das Ergebnis einer Studie, die "Bloomberg" vorliegt. Demnach werden AT1-Instrumente bei den Regionalbanken bislang jedoch kaum genutzt – anders als bei vielen großen Geldhäusern.
Das rein rechnerische AT1-Potenzial beläuft sich auf insgesamt 21,9 Milliarden Euro für Emissionen mit einem Mindestvolumen von fünf Millionen Euro, schreiben die Autoren von ACM Alpstein Capital Management in ihrer Studie. Davon würden 57 Prozent auf Sparkassen und 43 Prozent auf die Genossenschaftsbanken entfallen. Für die Studie wurden mehr als 900 Offenlegungsberichte des Geschäftsjahres 2024 ausgewertet.
"AT1 ist kein Thema nur für große Banken – rund 700 Sparkassen und Genossenschaftsbanken überschreiten die für eine eigenständige Emission erforderliche Mindestgröße", sagte Christof Grabher, Managing Partner bei Alpstein. "Das Potenzial ist breiter gestreut als vielfach angenommen."
Eigenkapitalähnliche Instrumente
AT1-Papiere – mit vollem Namen Additional-Tier-1-Papiere – sind eigenkapitalähnliche Instrumente, die in einer Krise Verluste auffangen sollen und daher nicht ohne Risiko sind. Gerät eine Bank in eine Schieflage, kann es für Käufer zu Verlusten kommen. Darüber hinaus sind die Kuponzahlungen diskretionär.
Laut der Studie könnte die AT1-Nutzung im Regionalbankenmarkt mehr als 200 Milliarden Euro an zusätzlichem Kreditvolumen freisetzen.
Entwicklung über Jahre erwartet
Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass das AT1-Potenzial kein kurzfristig abrufbares Emissionsvolumen sei, sondern eine theoretische Aufnahmekapazität des Marktes. In der Praxis dürfte sich die Marktentwicklung über Jahre erstrecken, da unter anderem Entscheidungsprozesse in kommunalen und genossenschaftlichen Strukturen naturgemäß länger dauern.
ACM Alpstein Capital Management hat die Studie in Kooperation mit Confidum Financial Management Consultants erstellt. Beide Unternehmen sind als Berater von Kreditinstituten aktiv. (mb/Bloomberg)













