Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat sich mit US-Behörden auf eine Zahlung in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar (4,12 Mrd. Euro) geeinigt, berichten diverse Medien übereinstimmend. Das Geld werde für einen Vergleich fällig, den die britische Bank im Zusammenhang mit Kreditderivaten zahlen muss, die als Hauptauslöser für die Finanzkrise von 2008 gelten.

Diese mit faulen US-Hypotheken abgesicherten Wertpapiere wurden neben vielen anderen namhaften Banken auch von der RBS begeben, die dabei aber die damit verbundenen Risiken verschleiert hatte, sodass sie wie andere Geldhäuser ins Visier US-amerikanischer Strafverfolgungsbehörden geriet. Analysten hatten eine Strafsumme von rund zwölf Milliarden Dollar (10 Mrd. Euro) erwartet. RBS-Chef Ross McEwan sprach von einem "Meilenstein" für sein Haus.

Der Vergleich macht zugleich den Weg für eine Reprivatisierung der Bank frei. Diese ist seit der Krise nämlich faktisch eine Staatsbank – Großbritannien hält 71 Prozent an dem Institut, das 2008 mit 45 Milliarden Pfund an Steuergeld gerettet worden ist. Nun wolle die Regierung in einem ersten Schritt Aktien im Wert von drei Milliarden Pfund (3,43 Mrd. Euro) verkaufen. Weil die RBS 2017 erstmals seit der Krise wieder einen Gewinn erwirtschaftet hat, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die britischen Steuerzahler zumindest Teile ihres Geldes zurückbekommen. (jb)