Der Finanzdienstleister MLP hat das Geschäftsjahr 2017 nach eigenen Angaben mit einem deutlichen Ergebnissprung abgeschlossen. Dabei profitierte MLP von der deutlichen Verbreiterung der Ertragsbasis in den vergangenen Jahren und erzielte Zuwächse in allen Beratungsfeldern – mit Ausnahme der Altersvorsorge. 

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives EBIT) legte um ein Drittel auf 46,7 Millionen Euro zu. Das EBIT inklusive der angekündigten einmaligen Sonderaufwendungen in Höhe von 9,1 Millionen Euro für den Umbau der Konzernstruktur ist mit 37,6 Millionen Euro genauso wie das Konzernergebnis mit 27,8 Millionen Euro um rund 90 Prozent gewachsen.

Die Gesamterlöse legten um drei Prozent auf 628,2 Millionen Euro zu – darunter Provisionen in Höhe von 588,9 Millionen Euro (+18,8 Mio. Euro). Das sei der höchste Wert seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008. 

Großes Plus bei Immobilien
"Wir haben im Jahr 2017 Wachstum erzielt und mit einem guten Ergebnis unsere Ziele erreicht", sagt Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg. "Selbstverständlich war das nicht, denn die strategische Weiterentwicklung von MLP fällt in ein schwieriges Umfeld. Deshalb sind wir alles in allem zufrieden mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr." 

Den höchsten prozentualen Anstieg erzielte die seit 2014 ausgebaute Immobilienvermittlung. Sie ist in den "Übrigen Beratungsvergütungen" dargestellt, die um 20 Prozent auf 18,4 Millionen Euro (15,4 Mio. Euro) zulegten. Den zweithöchsten Anstieg verzeichnete die MLP Gruppe im Vermögensmanagement. Hier legten die Erlöse um 15 Prozent auf 190,6 Millionen Euro (166,4 Mio. Euro) zu. Das betreute Vermögen stieg auf 33,9 Milliarden Euro (30. September 2017: 32,7 Mrd. Euro). Darin zeigten sich deutliche Zuwächse sowohl beim Tochterunternehmen FERI als auch im MLP Privatkundengeschäft. Über dem Vorjahr liegt auch die Sachversicherung, in der die Erlöse um vier Prozent auf 109,8 Millionen Euro (2016: 105,6 Mio. Euro) stiegen. Gemeinsam machten diese drei Beratungsfelder 54 Prozent der Provisionserlöse aus. Deutliche Zuwächse erzielte zudem der Bereich Finanzierung, Das Ergebnis bei der Krankenversicherung lag auf Vorjahresniveau. 

Zuwachs bei Beratern
Einzig die Altersvorsorge blieb marktbedingt mit Erlösen von 208,1 Millionen Euro hinter dem Vorjahr mit 221,5 Millionen Euro zurück. Hier zeig sich laut MLP weiterhin die Zurückhaltung vieler Bürger beim Abschluss langfristiger Verträge. Zugenommen habe – auch gestützt durch die Änderungen im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes – indes der Anteil der betrieblichen Altersvorsorge, die 15 Prozent der vermittelten Beitragssumme ausmachte (13%).

Zum 31. Dezember 2017 betreute die MLP Gruppe 529.100 Familienkunden (30. September 2017: 526.500). Die Zahl der brutto neu gewonnenen Familienkunden belief sich im Gesamtjahr auf 19.800 (2016: 20.500). Rund zwölf Prozent dieser Kunden hat MLP über einen Online-Produktabschluss gewonnen. Darüber hinaus betreut MLP 19.800 Firmen- und institutionelle Kunden (30. September 2017: 19.600). Zum 31. Dezember waren 1.909 Kundenberater für MLP tätig (30. September 2017: 1.883). Damit hat MLP im vierten Quartal netto 26 Berater gewonnen. Dies sei der stärkste Zuwachs innerhalb eines Quartals seit elf Jahren. (jb)