Es gab eine Zeit, da galt das Büro als Statussymbol. Je höher die eigene Position im Unternehmen, desto repräsentativer der Arbeitsplatz. Dann kam Corona und versetzte dem Trend zum flexiblen Arbeiten einen Schub. Nun hat sich auch die HSBC vom klassischen Büro verabschiedet – zumindest für ihre Vorstandsriege. Residierten Topmanager der europäischen Großbank im Londoner Hauptquartier vormals sogar auf einer eigenen Etage, werden sie künftig nur noch einen sogenannten "Hot Desk" beziehen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Feste Büros gibt es dann keine mehr, stattdessen sucht sich jeder einen freien Platz im Großraumbüro. Die dann verwaiste Vorstandsetage wird in Besprechungszimmer für Kundentreffen umgebaut. 

Die festen Büros stünden "die halbe Zeit leer, weil wir um die ganze Welt reisen", erläutert Vorstandschef Noel Quinn diesen Schritt. Das sei eine Verschwendung von Immobilienraum. Zuvor hatte die HSBC verkündet, in den kommenden Jahren ihre Büroflächen und Kosten für Immobilien um 40 Prozent zu reduzieren. Zugleich will die Bank etwa 15 Prozent von 235.000 Arbeitsplätze abbauen. 

Trend geht zum Großraumbüro
Die HSBC ist kein Einzelfall. Auch die Deutsche Bank und die DZ-Bank prüfen derzeit, ob sie in Zukunft Büroflächen einsparen, berichtet die FAZ. Zumindest die Vorstände sollen aber weiterhin ihre festen eigenen Büros behalten. Die Direktbank ING hat ihre Vorstandsetage dagegen schon Ende 2017 in ein Großraumbüro umgewandelt. Seither arbeitet die Führungsriege an einem großen ovalen Tisch zusammen. Für vertrauliche Gespräche stehen den Vorstandsmitgliedern aber nach wie vor Besprechungsräume zur Verfügung. (fp)