Moneyfarm startet in Deutschland endgültig durch. Der britisch-italienische Online-Vermögensverwalter hat nach eigenen Angaben eine viermonatige Testphase beendet und macht seine Angebote nun einem breiten Kundenkreis zugänglich. Ursprünglich hätte es schon im September final losgehen sollen, wie die Gesellschaft im Sommer gegenüber FONDS professionell ONLINE mitteilte. "Während der Beta-Phase hatten wir Zeit, unser Servicemodell zu evaluieren und herauszufinden, was digitale Anleger wirklich benötigen", sagte Giovanni Daprà, Vorstsandschef und Mitbegründer von Moneyfarm, das vergangenes Jahr den deutschen Robo Vaamo übernommen hatte. "Wir haben das Beratungsteam ausgebaut und ein neues, attraktiveres Preismodell entwickelt. Wir haben uns entschieden, unseren Service zu Preisen zwischen 0,45 und 0,75 Prozent anzubieten."

Damit verlange die Gesellschaft nach eigenen Angaben Gebühren die so niedrig sind wie sonst nur bei einem simplen Robo-Advisor der ersten Generation. Moneyfarm aber biete hierfür nicht nur den automatisierten Abschluss einer Vermögensverwaltung, sondern auch eine persönliche Beratung. 

AGI greift Robo mit Expertise unter die Arme
Kapital für die Pläne ist offenbar genug da, die Gesellschaft hat erfolgreich weiteres Geld eingesammelt. Im Rahmen der Privatplatzierung hat die Poste Italiane S.p.A. eine Minderheitsbeteiligung an Moneyfarm erworben. Allianz Asset Management, die Mutter von Allianz Global Investors (AGI), hat zudem erneut Geld nachgeschossen und einen 
zweistelligen Millionen-Euro-Betrag investiert. Damit bleibt der Allianz-Konzern größter Minderheitsaktionär des Robos.

Der Finanz-Riese aus München hilft Moneyfarm aber nicht nur in pekuniärer Hinsicht. Die Tochter AGI unterstützt auch die Produktseite: Einige Moneyfarm-Portfolios bestehen ausschließlich aus aktiv gemanagten Fonds von AGI sowie ETFs und aktiven Produkten von anderen Gesellschaften und basieren auf einer Multi-Asset-Strategie von AGI (FONDS professionell ONLINE berichtete). (jb)