Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die weltweite Asset-Management-Industrie von stabil auf negativ gesenkt. Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Aufruhr an den Märkten werde Umsätze und Cash-Flows der Fondsgesellschaften belasten, meinen die Bonitätswächter. Die wachsende Unsicherheit über die globale Wirtschaftslage werde zudem das Nettomittelaufkommen begrenzen. Anbieter müssten verschärft ihre Kosten kappen.

Durch den Ausverkauf an den Aktienmärkten ist das von den Investmenthäusern verwaltete Vermögen deutlich geschrumpft. Dadurch sinken auch die Einnahmen, sowohl bei volumen- wie auch bei erfolgsabhängigen Gebührenmodellen. Auf der anderen Seite werden aber auch die Erfolgsprämien für die Mitarbeiter sinken, was den Anbietern eine gewisse Entlastung auf der Kostenseite verschafft, meinen die Experten von Moody's. Die Gehälter zählen zum größten Kostenblock der Branche.

Umschwung gebremst
Die Ratinganalysten erkennen aber auch Lichtstreifen am Horizont: Wenn die Pandemie zügig eingegrenzt werden kann, werde es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Erholung an den Finanzmärkten kommen. Dann würde wieder die Nachfrage nach riskanteren Strategien steigen, die den Asset Managern höhere Gebühreneinnahmen einspielen.

Zudem könnten die Portfoliolenker in der gegenwärtigen, von Schwankungen geprägten Marktphase beweisen, dass sie ihren Kunden einen echten Mehrwert liefern. Wenn dies gelinge, könne sich der seit Jahren bestehende Umschwung von teuren aktiven hin zu günstigen passiven Fonds verlangsamen, meinen die Experten von Moody's. Ähnlich sehen das auch die Analysten der Fondsratinggesellschaft Scope.(ert)