Der Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz nimmt mit Blick auf das verwaltete Vermögen Kurs auf die Summe von einer Milliarde Euro. Die drei Publikumsfonds verwalteten zur Jahresmitte rund 360 Millionen Euro, die Spezialfonds gut 210 Millionen Euro. Dazu kommen fast 280 Millionen Euro in individuellen Mandaten – macht zusammen etwa 850 Millionen Euro.

"Unser Geschäft hat sich in den vergangenen Jahren sehr erfreulich entwickelt", sagte Vertriebsleiter Eduardo Mollo Cunha, der vor kurzem in den Gesellschafterkreis des Unternehmens aufgenommen wurde, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Als ich vor acht Jahren zum Unternehmen kam, waren wir zu viert, und das verwaltete Vermögen lag bei 150 Millionen Euro. Inzwischen sind wir 13 Kollegen, und die Assets haben sich fast versechsfacht."

"In Richtung drei oder fünf Milliarden Euro denken"
Eyb & Wallwitz sei Stand heute eine Asset-Management-Boutique, die am Markt wahrgenommen werde. "Unser Ziel ist es, eine Boutique zu werden, die bei professionellen Anlegern gesetzt ist", so Cunha. Das Überschreiten der Milliarden-Marke beim verwalteten Vermögen würde dabei helfen, ist er überzeugt.

"Wenn wir diese Größe erreicht haben, tritt das Unternehmen in eine neue Phase ein. Dann werden wir das Personal aufstocken, sowohl im Portfoliomanagement wie auch in der Kundenbetreuung." Ziel sei dann zwar nicht, möglichst schnell weitere Milliarden einzusammeln – im Vordergrund stehe weiterhin ein gesundes, organisches Wachstum. "Wir würden das Unternehmen allerdings schon so ausstatten, dass wir in Richtung drei oder fünf Milliarden Euro denken könnten."

"Fokus auf das skalierbare Geschäft"
Besonders dynamisch hat sich seit Cunhas Eintritt ins Unternehmen das Geschäft mit Publikumsfonds entwickelt: Im Jahr 2009 lagen seinen Angaben zufolge nur 25 Millionen Euro in den Fonds, heute sind es 360 Millionen. Allein das Flaggschiffprodukt, der vermögensverwaltende Mischfonds Phaidros Funds Balanced, verwaltet fast 300 Millionen Euro. Dazu kommen der Phaidros Funds Conservative mit rund 35 Millionen Euro und der Phaidros Fallen Angels mit knapp 25 Millionen Euro.

Cunha erklärt diese Expansion wie folgt: "Zwar sind auch unsere anderen Bereiche deutlich gewachsen, aber wir haben den Fokus ein Stück weit auf das skalierbare Geschäft gelegt: Sollten unseren Fonds weitere 200 Millionen Euro zufließen, wäre das in den bestehenden Strukturen ohne wesentlichen Änderungen möglich. Bei individuellen Mandaten dagegen müssten wir zusätzliches Personal einstellen."

Banken setzen den Phaidros Balanced in Dachfonds ein
Dennoch sei es sinnvoll, sich nicht ausschließlich auf Fonds zu konzentrieren. "Wir bieten eigentlich zwar nur eine Dienstleistung an – nämlich Portfoliomanagement. Doch unser Vorteil ist, dass wir Investoren diese Dienstleitung in verschiedenen ‚Verpackungen‘ offerieren können." So gebe es Family Offices, die nur individuelle Mandate vergeben würden. Andere wiederum legten Wert auf einen Fondsmantel.

Etwa zwei Drittel des Vermögens, das Eyb & Wallwitz in Publikumsfonds verwaltet, liegt in den Anteilsklassen für Family Offices und institutionelle Investoren. "Ein wichtiger Treiber unseres Geschäftes war, dass wir mehrere große Banken gewinnen konnten, die unsere Fonds in ihren Dachfondsmandaten einsetzen", berichtet Cunha. So ist die institutionelle Anteilsklasse des Phaidros Balanced unter anderem im Deutsche Bank Best Managers – Balance sowie im Deka-Multimanager defensiv zu finden, wie ein Blick in die jüngsten Jahresberichte dieser Fonds verrät.

"Wir möchten klar günstiger sein als der Durchschnitt"
Neue Publikumsfonds plant Eyb & Wallwitz derzeit nicht. "Wir können mit unseren Fonds sehr flexibel investieren und decken bereits jede Menge Themen ab. Statt über neue Produkte nachzudenken, arbeiten wir lieber daran, die bestehende Palette zu optimieren." Ein Beispiel seien Gebührensenkungen. "Wir haben zum 1. Mai erneut die Verwaltungsgebühren unserer Fonds reduziert", berichtet Cunha. Es habe sich bereits um die dritte Senkung seit Auflage der Fonds gehandelt.

"Wenn wir dank des steigenden Volumens bessere Konditionen mit Vertragspartnern aushandeln können, geben wir diesen Vorteil an unsere Anleger weiter. Bei der ersten Anpassung konnten wir die Gebühren um zehn Basispunkte senken, bei der zweiten um acht und nun um rund sechs Basispunkte", so Cunha. Im Ergebnis könne der Vermögensverwalter seine Fonds institutionellen Investoren nun schon ab 0,68 Prozent und Privatanlegern ab 1,08 Prozent anbieten. "Unser Ziel ist nicht, in einen Wettbewerb mit passiven Produkten zu treten. Aber wir möchten klar günstiger sein als der Durchschnitt." (bm)