Deutsche können nun erstmals eine private Altersvorsorge der sogenannten dritten Schicht vollständig digital abschließen. Das im Oktober 2016 gestartete Fintech Mypension bietet via Internet eine fondsgebundene Rentenversicherung auf Basis von Indexfonds des US-Anbieters Vanguard an.

Kooperationspartner des Frankfurter Unternehmens ist der Lebensversicherer Mylife. Mypension bleibt aber bis zur Auszahlphase der alleinige Ansprechpartner für die Versicherungsnehmer.

Gegründet wurde das Unternehmen 2016 von Rogier Minderhout, der auf Karrierestationen bei Goldman Sachs und bei namhaften Unternehmensberatungen zurückblickt. Die Geschäftsidee ist, Verbrauchern eine effiziente und flexible Alternative zu den aus seiner Sicht intransparenten und teueren Angeboten zu bieten.  Er und seine Mitstreiter zielen daher auf "Menschen, die Wert auf Transparenz und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legen. Unser Kundenkonto ist modern und so übersichtlich, dass unsere Vertragsnehmer zu jedem Zeitpunkt wissen, wie viel Geld sie angespart haben und welche Rendite sie damit erzielen", wie Minderhout auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE erklärte.

Wachsendes Kundeninteresse
Angaben zu Kundenzahlen machte das Unternehmen gegenüber der Redaktion nicht. "Aktuell nehmen wir ein immer weiter steigendes Interesse wahr und sind mit der bisherigen Entwicklung und dem positiven Feedback, welches wir aus dem Markt und auf Seiten der Kunden erhalten, sehr zufrieden", so Minderhout. Dieser zeigt sich auch überrascht, dass sich ein Großteil der Kunden bereits sehr stark mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigt habe. "Viele haben aus Überzeugung mit uns Kontakt aufgenommen."

Anlage in breit gestreutes Indexfondsportfolio
Kunden investieren ihr Vorsorgekapital in ein breit gestreutes Portfolio aus preisgünstigen Indexfonds. In der Anfangsphase verteilt Mypension das Geld automatisch in Aktienfonds. Später, zum Ende der Ansparphase hin, wird das Kapital nach und nach in Rentenportfolios umgeschichtet. Kunden erhalten in der Rentenphase eine Auszahlung des angesparten Kapitals. Dabei können sie zwischen einer Verrentung oder Auszahlung wählen.

Auch wenn Mypension mit niedrigen Preisen wirbt, kostenlos ist das Produkt der sogenannten dritten Schicht nicht. Der Kunde zahlt am Anfang eine einmalige Gebühr für die Kontoeinrichtung von 149 Euro. Jährlich fallen dann Kontoführungsgebühren von 36 Euro und Verwaltungskosten von 0,69 Prozent aufs Guthaben, eingeschlossen. Fondskosten an. (jb)