Immer mehr Banken kassieren von ihren Kunden eine Art Strafgebühr für Bankguthaben – nun hat sich mit N26 ein weiteres Institut dazu gesellt. Das Berliner Fintech plant die Einführung eines "Verwahrentgeltes" in Höhe von 0,5 Prozent auf Guthaben über 50.000 Euro, berichtet das Branchenportal "Finanz-Szene" unter Berufung auf eine Änderung im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank vom 19. Oktober. Auch auf der Homepage des Unternehmens findet sich mittlerweile ein entsprechender Hinweis.

Das neue Entgelt soll ab November greifen, allerdings nur für Neu- und nicht für Bestandskunden. Auch die "Metal" genannten Premiumkonten sollen von der neuen Gebühr ausgenommen sein, sagte ein Sprecher dem Branchenportal.
 
Freibeträge sinken weiter
Die Ankündigung kommt überraschend, denn bisher halten sich Online- und Direktbanken mit Strafzinsen tendenziell eher zurück – anders als klassische Finanzhäuser. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox verlangen derzeit 80 Banken und Sparkassen in Deutschland Verwahrentgelte von Privatkunden. Die Coronakrise hat diese Entwicklung nochmals befeuert. Einige Institute haben die Konditionen jüngst sogar verschärft und den Freibetrag, bis zu dem keine Strafzinsen fällig werden, auf 10.000 Euro gesenkt. 

Mit 50.000 Euro liegt N26 zwar über diesem Betrag – üblicherweise fallen "Verwahrentgelte" aber erst ab 100.000 Euro an, berichtet Finanz-Szene. Die Comdirect startet sogar erst bei 250.000 Euro. N26 wollte auf Anfrage des Portals keine näheren Angaben zu den Motiven machen. (fp)