Die Hamburger Privatbank Berenberg sieht nach dem Eingreifen der Finanzaufsicht Bafin Herausforderungen bei der Mitarbeiterbindung. Im Ausblick für 2026 des jetzt veröffentlichten Lageberichts zum Geschäftsjahr 2025 nennt das Institut je nach Geschäftsbereich Belastungen bei Mitarbeiterbindung, Motivation und Wohlbefinden. Eine erhöhte Fluktuation sei derzeit allerdings nicht zu beobachten. Mit dem Betriebsrat befinde sich die Bank weiterhin in einem regelmäßigen und konstruktiven Austausch.

Belegschaft zeitnah informiert
Nach Angaben der Bank wurden die Mitarbeiter von den Sonderbeauftragten und der erweiterten Geschäftsleitung zeitnah über die aktuelle Lage informiert, was von der Belegschaft positiv aufgenommen worden sei. Auch die seit Anfang Juli geltende Möglichkeit zum mobilen Arbeiten habe viel Zustimmung erhalten. Zuvor war Homeoffice bei Berenberg in der Regel nicht vorgesehen.

Seit dem 19. Juni ruhen auf Anordnung der Bafin die Aufgaben und Befugnisse der drei persönlich haftenden Gesellschafter Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn. Seither führen die Sonderbeauftragten Hans-Walter Peters und Michael Horf die Geschäfte der Bank. Peters war über viele Jahre Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter und damit Chef von Berenberg. Im Lagebericht heißt es zudem, die Marktbereiche begrüßten, dass mit Peters eine Persönlichkeit an Bord sei, die Kunden, Produkte und das Geschäft von Berenberg kenne und die Teams bei der Kundenansprache und Strategie unterstütze.

Reputationsrisiken
Darüber hinaus kündigt Berenberg an, allen voran im Bereich Marktfolge personell aufstocken zu wollen, um die Corporate Governance möglichst rasch wieder vollständig herzustellen. Zugleich rechnet die Bank damit, dass die mediale Berichterstattung über die aktuellen Vorgänge auch weiterhin Reputationsrisiken mit sich bringen könnte. (cf/Bloomberg)