Der frisch fusionierte Versicherer Helvetia Baloise plant, bis 2028 insgesamt 2.000 bis 2.600 Stellen abzubauen, um die Profitabilität zu steigern. Das berichtete die Nachrichtenagentur "Reuters" am Dienstag (9.12.) unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Die Kürzungen betreffen Reuters zufolge hauptsächlich die Konzernzentrale und die lokalen Niederlassungen in der Schweiz und in Deutschland. In der Schweiz sollen 1.400 bis 1.800 Stellen wegfallen, in Deutschland 260 bis 330 Stellen, so die Person. Der größte Schweizer Mehrspartenversicherer beschäftigt rund 22.000 Mitarbeiter und ist nicht nur in der Schweiz und in Deutschland, sondern auch in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Österreich und Luxemburg tätig.

Auch Entlassungen geplant
Ein Sprecher von Helvetia Baloise bestätigte die Zahlen gegenüber der Agentur und erklärte, dass es auch zu Entlassungen kommen werde, deren genaue Anzahl jedoch noch nicht feststehe. Der Konzern werde sonst auf natürliche Fluktuation, üblicherweise sieben bis acht Prozent der Belegschaft pro Jahr, sowie auf Vorruhestandsregelungen setzen. 

Die Helvetia aus St. Gallen und die Basler Baloise haben am Freitag (5.12.) ihre Fusion abgeschlossen, nachdem sie bei Bekanntgabe der Zusammenführung im April bereits geplante jährlichen Kosteneinsparungen von 350 Millionen Schweizer Franken angekündigt hatten, von denen zwei Drittel durch die Reduzierung der Personalkosten erzielt werden sollen.

Die neue gemeinsame Organisationsstruktur von Helvetia Baloise Deutschland ist bereits auf allen Ebenen finalisiert. Der neue Vorstand besteht neben dem bisherigen Baloise-Chef Jürg Schiltknecht als Vorsitzendem aus Barbara Ries (Leben & Interne Dienste, ehemals Baloise), Christoph Willi (Nichtleben, ehemals Baloise), Burkhard Gierse (Finanzen & Kapitalanlagen, ehemals Helvetia), Matthias Hilgert (Vorstand IT & Integration, ehemals Baloise) und Kirsten Granzer (Human Resources, ehemals Helvetia). Dagegen hat der bisherige Helvetia-Deutschlandchef Volker Steck das fusionierte Unternehmen verlassen – auf eigenen Wunsch, wie der Versicherer mitteilt. (jb)