Die Schweizer Fondsgesellschaft GAM krempelt ihr Gehaltsmodell um. Das Haus kürzt die Bezüge des Vorstandschefs und deckelt die Bonus-Zahlungen für die Vorstandsmitglieder. Zudem verpflichtet der Züricher Asset Manager wichtige Führungskräfte dazu, Aktien des Unternehmens zu kaufen.

Mit dem Schritt reagiert das Haus auf eine Revolte der Aktionäre im April, die von einem aktivistischen Investor angezettelt worden war. Hauptkritikpunkt war die Vergütung von GAM-Vorstandschef Alexander Friedman. Dieser hatte trotz einer schwachen Entwicklung vieler Fonds des Hauses, empfindlicher Mittelabzüge der Anleger sowie schmelzender Gewinne und einem fallenden Aktienkurs 2016 eine um sieben Prozent höhere Vergütung als im Vorjahr kassiert.

Denkzettel verpasst
Der Zürcher Hedgefonds RBR Capital hatte daraufhin einen Strategiewechsel und umfassende Einsparungen sowie die Ablösung von Friedmann gefordert. Auf der Aktionärsversammlung im April hatte sich RBR Capital damit zwar nicht durchsetzen können. Allerdings erteilten die Anteilseigner der Führung um Friedman auch eine Warnung: Sie lehnten den Vergütungsbericht von 2016 sowie die Vergütungspläne für 2017 ab. RBR verkaufte später seine Anteile an dem Schweizer Haus. Zuletzt schien sich die desolate Lage bei GAM wieder zu verbessern.

Nun begrenzt die Fondsgesellschaft die Bonuszahlungen für die Vorstandsmitglieder auf fünf Prozent des Gewinns vor Steuern. Der jährliche Bonus von Friedman wird auf 250 Prozent des Fixgehalts gedeckelt, bei Finanzvorstand Richard McNamara sind es 200 Prozent. Die an langfristigen Zielen gemessene variable Vergütung wird auf 200 Prozent begrenzt. Die acht Vorstände müssen zudem die Hälfte ihrer Boni in Aktien des Asset Managers investieren und diese mindestens vier Jahre lang halten. (ert)