Die Anfang Juli erfolgte Übernahme von Pioneer Investments scheint sich für Amundi auszuzahlen. Allein im dritten Quartal sammelte der französische Fondsriese 31,2 Milliarden Euro ein. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse auf 57,5 Milliarden Euro, geht aus den am Freitag veröffentlichten Quartalszahlen hervor. Das verwaltete Vermögen stand zum Stichtag Ende September bei 1,4 Billionen Euro – das macht Amundi zur Nummer eins in Europa.

Der Ertrag der beiden fusionierten Fondsanbieter stieg im dritten Quartal auf 632 Millionen Euro, ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn legte sogar um fast elf Prozent auf 217 Millionen Euro zu. Interessant ist, dass die Übernahme keinen negativen Effekt auf die sogenannte Cost-Income-Ratio hat, die die operativen Kosten ins Verhältnis zu den operativen Erträgen setzt. Diese Quote verbesserte sich im dritten Quartal sogar um 1,6 Prozentpunkte auf 53,5 Prozent – ein branchenweit sehr guter Wert.

Vertriebsvereinbarung mit Unicredit ist 546 Millionen Euro wert
Amundi hebt in der Mitteilung das starke Ergebnis der Retail-Sparte hervor. Privatanleger vertrauten den Fonds in den ersten neun Monaten des Jahres weltweit 35,3 Milliarden Euro an. Allein aus dem französischen Vertriebsnetzwerk mit Banken wie der Société Générale und der Crédit Agricole flossen drei Milliarden Euro zu. Der Drittvertrieb sorgte für 12,8 Milliarden Euro Zuflüsse, aus Joint-Ventures insbesondere in China und Indien kamen weitere 11,8 Milliarden Euro.

Auch die Vertriebsvereinbarung mit der Unicredit-Gruppe, die zuvor bei Pioneer lag und die Amundi nun fortführt, zahlt sich aus: Allein italienische Privatanleger steckten seit Jahresbeginn 4,4 Milliarden Euro zusätzlich in Amundi- und Pioneer-Fonds.

Amundi hatte beim Abschluss der Transaktion einen Vertriebsvertrag mit der Unicredit geschlossen, der zehn Jahre lang läuft. Die Vereinbarung gilt nicht nur für Italien, sondern auch für Deutschland, Österreich und Tschechien. Der immaterielle Vermögenswert dieser Verträge in der Amundi-Bilanz summiert sich auf stolze 546 Millionen Euro.

Aktie erreicht Rekordhoch
Im Quartalsbericht äußert sich das Unternehmen auch zu den erwarteten Synergieeffekten. Mit Blick auf die Kosten sollen sie im Jahr 2020 bei 150 Millionen Euro liegen, mit Blick auf die Erträge bei 30 Millionen Euro. Schon in diesem Jahr sollen zehn Prozent dieser Synergien erreicht sein, 2018 dann 35 Prozent und 2019 rund 75 Prozent.

An der Börse kamen die Quartalszahlen gut an. Die Amundi-Aktie, die seit Ende 2015 in Paris notiert ist, erreichte ein Rekordhoch. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt inzwischen 14,5 Milliarden Euro. (bm)