Nach PSD-Deals: BBBank denkt weiter über Fusionen nach
Nach zwei Zusammenschlüssen mit PSD Banken will die BBBank ihren Wachstumskurs fortsetzen. Vorstandschef Oliver Lüsch setzt dabei vor allem auf organisches Wachstum – schließt weitere Fusionen aber ausdrücklich nicht aus.
Die BBBank, mit einer Bilanzsumme von rund 22 Milliarden Euro eine der größten genossenschaftlichen Banken in Deutschland, will nach den Fusionen mit zwei PSD Banken weiter wachsen. Das hat Vorstandschef Oliver Lüsch in einem Interview mit "Bloomberg News" angekündigt. Dabei schloss er auch weitere Zusammenschlüsse nicht aus.
Organisches Wachstum im Fokus – Fusionen weiter möglich
"Um Marktanteile zu gewinnen, verfolgen wir zwei strategische Optionen: organisches und anorganisches Wachstum. Wenn man beides kombiniert, verspricht das den größten Erfolg", sagte Lüsch. Zwar liege der primäre Fokus auf organischem Wachstum. "Sollten sich aber weitere Opportunitäten für Zusammenschlüsse ergeben, schauen wir uns das sicher an. Weitere Fusionen schließe ich nicht vollkommen aus."
Fest steht laut Lüsch, dass die Bank weiter gesund und profitabel wachsen wolle.
Zwei PSD-Fusionen stärken regionale Präsenz
Nach der Fusion mit der PSD Bank Berlin-Brandenburg hatte die BBBank im vergangenen Oktober auch ein Zusammengehen mit der PSD Bank Hessen-Thüringen angekündigt. Lüsch erwartet den Vollzug der Transaktion zum 1. September.
Die Mitarbeiter beider PSD Banken, die ebenfalls zum genossenschaftlichen Sektor gehören, hätten eine Beschäftigungsgarantie bis 2034 erhalten. Es solle daher keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Marktanteile und Skaleneffekte als Treiber
Die Fusionen mit den beiden PSD Banken helfen der in Karlsruhe ansässigen BBBank, "Marktanteile in attraktiven Marktgebieten zu gewinnen – Berlin und Rhein/Main", so Lüsch. Zudem würden Zusammenschlüsse dabei helfen, Skaleneffekte zu realisieren.
Gerade das Privatkundengeschäft, in dem die BBBank schwerpunktmäßig aktiv ist, sei in Deutschland stark umkämpft.

Größerer Rekrutierungspool durch neue Standorte
Einen weiteren Vorteil sieht Lüsch im Umgang mit dem Fachkräftemangel. "An unserem Hauptsitz in Karlsruhe ist der Kreis an potenziellen Mitarbeitern natürlich endlich", sagte er.
Durch die Fusionen könne die Bank nun auch im Raum Frankfurt oder in Berlin, wo viele Banken und Fintechs ansässig sind, Beschäftigte für zentrale Funktionen gewinnen.
"Sehen uns als die Digitalbank des genossenschaftlichen Sektors"
Die BBBank wurde 1921 als Selbsthilfeeinrichtung für Beamte gegründet. Später gingen weitere Beamtenbanken in dem Institut auf, bevor es zu den Vereinbarungen mit den beiden PSD Banken kam. Heute zählt die Bank rund eine halbe Million Mitglieder und beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiter.
"Wir sehen uns als die Digitalbank des genossenschaftlichen Sektors, betreiben zugleich aber auch ein Filialnetz mit 73 Standorten", sagte Lüsch. Die Filialen seien zwar ein Kostenfaktor, würden sich aber bezahlt machen. So werde etwa die Vermögensanlage häufig persönlich besprochen.
Ausbau des Private Banking
Genau das zahle auf die Strategie der BBBank ein. "Im Jahr 2019 haben wir damit begonnen, das Private Banking aufzubauen – auch mit dem Ziel, die Provisionserlöse zu steigern", erklärte Lüsch.
Der Einstieg liege bei einem Gesamtvermögen von 250.000 Euro. Aktuell belaufe sich das Kundengeschäftsvolumen im Private Banking auf rund zehn Milliarden Euro. Mittelfristig strebe die Bank 15 Milliarden Euro an.
Fokus auf junge Kunden und ETF-Angebot
Auch junge Kunden stehen im Fokus der BBBank. Um diese Zielgruppe zu gewinnen, will das Institut noch im ersten Quartal damit beginnen, ETFs mit einer Ordergebühr von einem Euro anzubieten.
"Wir stellen uns damit auch dem Wettbewerb mit Anbietern wie Trade Republic und anderen Direktbanken", sagte Lüsch.
Kein Ausbau des Firmenkundengeschäfts geplant
Auf das klassische Firmenkundengeschäft verzichtet die BBBank hingegen. Lediglich durch die Fusion mit der PSD Bank Berlin-Brandenburg verfüge sie über ein kleines Firmenkundenportfolio in Berlin.
Bestehende Kunden sollen laut Lüsch weiterhin betreut werden, ein Ausbau dieses Geschäfts sei jedoch nicht vorgesehen. (mb/Bloomberg)















