Der Geschäftsführer und Investmentchef der BHF-Tochter Frankfurt Trust, Frank-Peter Martin, wird seinen Posten aufgeben, meldet das "Handelsblatt". Ein Sprecher bestätigte die Personalie auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE. Auch der Chef der Private-Banking-Sparte der BHF-Bank, Marcel Lähn, hat zum 10. August gekündigt. Das Frankfurter Traditionshaus war nach einer Übernahmeschlacht mit dem chinesischen Mischkonzern Fosun des Milliardärs Guo Guangchang in die Hände der französischen Oddo-Gruppe gefallen.

Seit der Übernahme kursieren immer wieder Gerüchte, dass Bankier Philippe Oddo die Fondssparte Frankfurt Trust abspalten und verkaufen will. Denn mit Oddo Meriten verfügen die Franzosen bereits über einen eigenen, breit aufgestellten Fondsanbieter. Das Haus war aus der Fusion der Asset-Management-Sparte von Oddo und der deutschen Boutique Meriten entstanden. Eine Trennung sei zwar nicht ausgeschlossen, berichtet das "Handelsblatt". Aber Oddo wolle Frankfurt Trust zunächst innerhalb der BHF-Gruppe stärken und optimieren.

Ex-Deutsche-Mann vorgesetzt bekommen
Private-Banking-Chef Jähn wiederum war erst im Juni zum Generalbevollmächtigten bei der BHF ernannt worden. Allerdings hatte er mit Joachim Häger einen neuen Vorstand vor die Nase gesetzt bekommen. Häger war Top-Manager bei der Deutschen Bank und leitete das Geschäft mit vermögenden Privatkunden, wie FONDS professionell ONLINE berichtete. "Wir verstehen die Entscheidung von Herrn Lähn, bedauern sie allerdings", sagte ein BHF-Sprecher dem "Handelsblatt".

Zuvor war es bereits bei dem Schweizer Ableger der BHF zu Abgängen gekommen. Der Geschäftsleiter Udo Schäberle, der für Family Offices zuständige Christian Nägele sowie Top-Kundenbetreuer Christian Wartmann haben das Haus verlassen. In der Frankfurter Zentrale wiederum kursierten Gerüchte über einen möglichen Stellenabbau in der Betreuung vermögender Privatkunden. Die BHF sieht die Fluktuation "im Rahmen des Branchenüblichen". "Außerdem verunsichert Wandel, insbesondere wenn es der Bank gelingt, neue Talente zu gewinnen", sagte ein Oddo-Sprecher dem "Handelsblatt".

"Bei dieser Übernahme geht es nicht darum, Kosten zu sparen"
Bei der Übernahme der BHF-Bank hatten die Franzosen ausdrücklich versucht, die Mitarbeiter für den Zusammenschluss zu gewinnen. Von einem Stellenabbau war damals keine Rede. "Bei dieser Übernahme geht es nicht darum, zwei Banken zu fusionieren und Kosten zu sparen. Es geht um Wachstum", hatte Bankchef Oddo bei einer Pressekonferenz gesagt. Zudem verfolge er eine Expansionsstrategie in den beiden wichtigsten Volkswirtschaften der Euro-Zone, Frankreich und Deutschland. "Die BHF-Bank hat talentierte Mitarbeiter. Wir wollen, dass sie dabei bleiben und wir wollen neue Talente locken", sagte Oddo damals. (ert)