Nach der Übernahme der Gesellschaft Oppenheimer-Funds hat der US-Anbieter Invesco 1.300 Mitarbeiter entlassen. Dies entspricht rund zwölf Prozent der addierten Vollzeitstellen der beiden Häuser. Die Zahl nannte Invesco-Vorstandschef Martin Flanagan der Wirtschaftszeitung "Financial Times". Die Invesco-Stammbelegschaft musste bei dem Abbau weniger bluten als die Mitarbeiter der übernommenen Oppenheimer-Funds. Dort schieden aus dem Verwaltungsbüro in Denver allein 850 Mitarbeiter aus.

Die Gesellschaft mit Sitz in Atlanta hatte vor einem Jahr die Übernahme von Oppenheimer angekündigt, die dritte Akquisition binnen kurzer Zeit. Im März 2019 war die Transaktion dann vollzogen worden. Invesco übernahm den kleineren Konkurrenten für 5,7 Milliarden US-Dollar und steigerte damit das verwaltete Vermögen auf 1,2 Billionen US-Dollar. Damit zählt Invesco nun zu den Top 15 in der Welt.

Im Fondsmanagement selbst gab es ebenfalls Abgänge. Im Mai hatte Invesco mitgeteilt, dass das Haus rund 500 Arbeitsplätze in der Zentrale in Atlanta streichen wolle, um das Kosteneinsparungsziel von 475 Millionen US-Dollar pro Jahr erreichen zu können. Invesco-Chef Flanagan hofft, dass nach dieser unangenehmen Phase des Jobabbaus wieder Ruhe einkehren wird und die talentiertesten Leute im Haus bleiben.

Das Mittelfeld wird nicht überleben
Der Manager hatte bereits bei früheren Anlässen die Meinung vertreten, dass langfristig jeder dritte Fondsanbieter aufgrund der Konkurrenz von börsengehandelten Indexfonds vom Markt verschwinden werde. Denn es gäbe zu viel Manager, die sich an ihrem Vergleichsindex entlanghangeln und dafür die höheren Gebühren aktiver Manager in Rechnung stellen.

Ob der Zuwachs von 300 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen durch die Übernahme von Oppenheimer-Funds aber ausreichend Druck von Invesco nimmt, um dem Vormarsch passiver Investments Paroli bieten zu können, muss sich erst zeigen. (kb)