Nach zwölfjährigem Verfahren: Fondsanleger erhalten hohe Nachbesserung
Die Mühlen des Gesetzes mahlen bekanntlich langsam, aber stetig. Nun haben Düsseldorfer Richter endlich ein Verfahren rund um den Squeeze-out der Generali Deutschland Holding AG beendet – gute Nachrichten für Anleger eines Fonds, der sich auf solche Sondersituationen spezialisiert hat.
Die Investoren des Publikumsfonds KR Fonds Deutsche Aktien Spezial profitieren vom Ausgang eines Spruchverfahrens vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Richter beendeten nach mehr als zwölf Jahren einen Prozess, der im Zusammenhang mit dem Squeeze-out der Generali Deutschland Holding AG steht.
"Die Barabfindung wurde dabei von ursprünglich 107,77 auf 130,67 Euro je Aktie erhöht", berichtet der Würzburger Vermögensverwalter Knoesel & Ronge, der sich auf Investments in Sondersituationen spezialisiert hat. "Für die ehemaligen Minderheitsaktionäre ergibt sich daraus eine Nachbesserung von 22,90 Euro je Aktie." Zusätzlich würden Zinsen von voraussichtlich rund 14 Euro je Aktie anfallen, so der Asset Manager.
Auch die Postbank war im Portfolio
Für den Fonds, der erst vor wenigen Monaten nach zehn Jahren im Softclose wieder für Privatanleger geöffnet wurde, bedeute die Entscheidung einen positiven Ergebnisbeitrag von mehr als 1,8 Millionen Euro. "Dies entspricht einem Performance-Impact von über 3,1 Prozent", rechnet Knoesel & Ronge vor.
Generali ergänze damit eine Reihe weiterer erfolgreicher Nachbesserungen der vergangenen Jahre. Der Vermögensverwalter verweist beispielsweise auf die Verfahren aus früheren Fondsinvestments bei Altana (knapp 700.000 Euro), bei Diebold Nixdorf (rund 250.000 Euro) oder bei der Postbank (etwa 700.000 Euro).
"Erhebliche stille Reserven"
"Die Entscheidung zeigt erneut die Bedeutung von Nachbesserungsrechten aus deutschen Spruchverfahren im Rahmen einer langfristigen Abfindungsstrategie", betont Portfoliomanager Markus Klaus. "Auch wenn solche Verfahren häufig viele Jahre in Anspruch nehmen, können sie erhebliche stille Reserven enthalten und einen messbaren Beitrag zur Wertentwicklung leisten."
Neben den bereits realisierten Nachbesserungen befänden sich derzeit weitere 28 "Altfälle" aus Strukturmaßnahmen im Portfolio. Darüber hinaus bestünden zusätzliche Nachbesserungsrechte aus Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträgen. "Zudem entstehen fortlaufend neue Nachbesserungsrechte aus jüngeren Squeeze-outs und vergleichbaren Strukturmaßnahmen", so Klaus. (fp)















