Die Private Haftpflichtversicherung ist die am weitesten verbreitete Police in Deutschland. Insgesamt 83 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über einen solchen Schutz, gefolgt von der Kfz-Versicherung (81%) und der Hausratversicherung (76%). Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018 des Statistischen Bundesamts.

Der Verband verfolgt mit seiner Analyse ein konkretes Ziel: Darauf aufmerksam zu machen, dass die Bundesbürger noch mehr Versicherungen benötigen. "Die Deutschen werden häufig als übervorsichtig und überversichert charakterisiert. Die Statistik liefert hierfür keinen Beleg. Im Gegenteil: Ein erheblicher Teil der Haushalte ist selbst gegen existenzielle Risiken nicht ausreichend geschützt", betont Klaus Wiener, Chefvolkswirt des GDV. 

Jeder fünfte Haushalt ohne Haftpflicht
Der GDV betont, dass die Auswertung zeigen, dass viele Haushalte Versicherungslücken haben. So hat immerhin umgekehrt betrachtete fast jeder fünfte Haushalt (17%) keine private Haftpflichtversicherung. Ein Viertel (24%) hat auch keine ebenfalls existenzielle Hausratsversicherung. Von einer Berufsunfähigkeitsversicherung ganz zu schweigen: Nur 26 Prozent der Haushalte besitze eine. 

Hierbei gibt es einen Zusammenhang zur Einkommensituation: In Haushalten mit wenig Geld fehlt häufig selbst eine Haftpflicht. Damit werden schon kleinere Schadenersatzforderungen zu einer finanziellen Herausforderung bis hin zur Überschuldung, wie der GDV betont. (jb)