In Deutschland gibt es immer weniger Geldautomaten. 2018 nahm die Zahl der Abhebestellen das zum dritten mal hintereinander ab, zeigt eine Berechnung des Analysehauses Barkow Consulting, die der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vorliegt. Der Studie zufolge sank die Zahl der Geldautomaten hierzulande von rund 58.380 auf 57.800, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Binnen drei Jahren ist damit jeder zwanzigste Geldautomat verschwunden.

"Banken und Sparkassen müssen Kosten sparen, und nicht überall lohnt sich noch ein Geldautomat", zitiert die FAZ Bankenexperte Peter Barkow. Nach Angaben des Bayerischen Genossenschaftsverbands, zu dem die Volks- und Raiffeisenbanken gehören, liegen die Kosten für das Betreiben eines Geldautomaten bei 20.000 bis 25.000 Euro im Jahr. Die Geldinstitute begründen den Abbau vor allem mit Belastungen aus der Niedrigzinsphase sowie einer sinkenden Nachfrage.

Geldinstitute führen Mindestbetrag ein
Noch gibt es keinen Versorgungsengpass in Deutschland. Gerade in Metropolen ist die Geldautomat-Dichte nach wie vor gut. Auf dem Land dagegen sind die Folgen dieser Entwicklung bereits spürbar. Seit drei Jahren bauen die Banken dort jährlich mehr Geldautomaten ab, als sie neue bereitstellen. Zudem haben immer mehr Kreditinstitute einen Mindestbetrag beim Abheben von Automaten eingeführt. Bei Direktbanken wie ING oder Comdirect müssen Kunden inzwischen mindestens 50 Euro abheben. (fp)