Der Boom der nachhaltigen Geldanlage ist ungebrochen, auch immer mehr Finanzberater entdecken das Thema für sich. Allerdings gibt es – abgesehen von Kreditinstituten wie GLS, Ethikbank, Triodos oder Steyler Bank – kaum größere Vertriebseinheiten, die sich entsprechend spezialisiert haben. FONDS professionell ONLINE stellt drei dieser Unternehmen vor. Den Anfang machte vor einer Woche das Maklerhaus Mehrwert aus Bamberg, heute folgt Ecoplanfinanz aus Hamburg.


"Wir waren 1984 die Ersten, die Biohäuser in Norddeutschland finanzierten. Dort liegen unsere Ursprünge", erinnert sich Ecoplanfinanz-Vorstand Andreas Lentge, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Sohn Marc-André führt. Ecoplanfinanz gehört zur Barakiel-Gruppe, unter deren Dach mehrere Finanzvertriebe gebündelt sind. Knapp 25 Prozent der Anteile liegen bei der gemeinnützigen Barakiel-Stiftung, die behinderte und schwer erkrankte Kinder unterstützt und Nachhaltigkeitsprojekte fördert. "Die Eigentümerstruktur ist sicherlich eine Besonderheit", betont Andreas Lentge. "Wir sind ein echtes Familienunternehmen."

Lentge baute zunächst Accaris auf, eine anbieterunabhängige Beratungsgesellschaft, die sich auf Finanzplanung für Unternehmen und Unternehmer spezialisiert hat. 1999 wurde die heutige Ecoplanfinanz ausgegründet, die seit 2014 unter diesem Namen auftritt. Die Berater erstellen mit ihren Kunden eine Bilanz, auf deren Basis sie ein Konzept rund um die persönlichen Finanzen entwickeln. Bei der Umsetzung kommen die hauseigenen Nachhaltigkeitskriterien zum Einsatz.

Kompetenter Beirat
Bei der Fondsselektion orientiert sich Ecoplanfinanz beispielsweise sowohl an Positiv- als auch an Negativkriterien. "Der dreiköpfige Anlageausschuss wählt Fonds aus und präsentiert diese dem Beirat", erläutert Marc-André Lentge. In diesem Beirat sitzen unter anderem Volker Weber, der Vorstandschef des Fachverbands Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), und Detlef Glow, Researchleiter des Fondsanalysehauses Refinitiv Lipper. Glow ist auch Aufsichtsratschef der Ecoplanfinanz. "Mit dieser geballten Kompetenz müssen wir uns am Markt, denke ich, nicht verstecken", meint Andreas Lentge.

Im Versicherungsbereich tritt das Unternehmen nicht als Makler auf, sondern als Mehrfachvertreter. "Das hat in erster Linie haftungstechnische Gründe", sagt Lentge. "Wir bieten dennoch eine sehr breite Produktpalette an: Wir kooperieren mit mehr als 100 Versicherern, den meisten Nachhaltigkeitsbanken und allen großen Fondsgesellschaften."

Unternehmertypen gesucht
Aktuell arbeiten 15 Handelsvertreter für das Unternehmen, hinzu kommen zwei Angestellte im Vertrieb. Unterstützt werden sie aus dem gemeinsamen Backoffice der Barakiel-Gruppe mit insgesamt rund drei Dutzend Mitarbeitern. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Ecoplanfinanz 1,24 Millionen Euro Provisionserlöse, ein Plus von 12,7 Prozent zum Vorjahr.

"Wir möchten unser Team deutlich ausbauen", sagt Marc-André Lentge. "Das Ziel lautet, pro Quartal zwei neue Berater anzubinden." In Frage kämen sowohl Nachwuchskräfte, die parallel ein Studium beim Bildungsdienstleister Going Public absolvieren können, als auch Quereinsteiger und Berater aus dem Markt, insbesondere ehemalige Banker. "Wir suchen Unternehmertypen", betont Marc-André Lentge. Mehrstufige Strukturen gebe es bei Ecoplanfinanz nicht, die Handelsvertreter agierten auf Augenhöhe.

Noch sitzen die Ecoplanfinanz-Berater allesamt im Großraum Hamburg. "Via Videoberatung betreuen wir heute schon Kunden aus ganz Deutschland", sagt Marc-André Lentge. "Mittelfristig möchten wir aber auch mit Handelsvertretern in anderen Regionen Deutschlands Präsenz zeigen." (bm)


Den vollständigen Artikel lesen Sie in FONDS professionell 3/2020 ab Seite 324. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.