Bislang hat sich Starinvestor Warren Buffett stets kritisch gegenüber Technologie-Start-ups geäußert. Umso überraschender ist sein aktuelles Investment: Der frischgebackene Neunzigjährige beteiligt sich mit rund 550 Millionen US-Dollar an dem Cloud-Start-up "Snowflake", berichten "Financial Times" und "Business Insider" übereinstimmend unter Berufung auf eine Mitteilung, die Snowflake zum geplanten Börsengang veröffentlichen musste.

Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway wird vor dem IPO im Rahmen einer Privatplatzierung Aktien im Wert von rund 250 Millionen Dollar übernehmen, zudem kauft die Holding dem ehemaligen Snowflake-Vorstandschef weitere Aktien im Wert von 300 Millionen Dollar ab. Darüber hinaus geht aus dem Dokument hervor, dass auch der Techgigant Salesforce im Start-up investiert ist – und zusätzlich 250 Millionen Dollar in das kalifornische Unternehmen pumpen will. Snowflake hat eine Technologie entwickelt, die verschiedene Clouds miteinander verbindet. Der 2012 gegründete Anbieter von Data-Warehouse-Diensten zählt zu den wichtigsten Start-ups, die in diesem Jahr den Börsengang wagen.

Mit dem Snowflake-Deal steckt Buffett nun bereits zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit Geld in einst selbsternannte "No-gos". Nachdem der ausgewiesene Gold-Skeptiker Anfang August überraschend beim Minenbetreiber Barrick Gold eingestiegen war, investierte er nur kurze Zeit später mehrere Milliarden Dollar in fünf japanische Unternehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt ließ der Star-Investor Japan stets links liegen. Doch eigentlich passt das Investment perfekt in das Value-Muster von Buffett – Japans Aktienmarkt gilt als notorisch unterbewertet. (mb)