Immer mehr Banken übertragen den Einlagezins der Europäischen Zentralbank (EZB) von minus 0,5 Prozent auf ihre Kunden. Als nächstes an der Reihe: Deutschlands zweitgrößte Direktbank, die DKB. Kunden, die ein neues Konto bei der DKB eröffnen, müssen ab einem Vermögen von 100.000 Euro ein "Verwahrentgelt" in Höhe von 0,5 Prozent zahlen. Gleichzeitig führt die DKB ein neues Tagesgeldkonto ein, das bis zu einem Guthaben von 100.000 Euro mit 0,01 Prozent verzinst wird, heißt es in einer Pressemitteilung der Bank. Dafür werden die Sparzinsen auf der DKB Visa Card in selbiger Höhe gestrichen.

Mittlerweile verlangen nicht weniger als 240 Institute als "Guthabengebühr" oder "Verwahrentgelt" getarnte Strafzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Das geht aus einer Untersuchung von 1.300 Sparkassen und Banken des Vergleichsportals Biallo.de hervor. Bereits im November hatte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, vor den Konsequenzen gewarnt, sollte die EZB die Branche nicht stärker entlasten. Andernfalls wären noch mehr Institute als bislang gezwungen, die negativen Zinsen an ihre Kunden weiterzugeben.

Börse statt Bankkonto
Peters behält recht. Von Seiten der DKB heißt es, die Bank reagiere mit dem "Verwahrentgelt" für Privatkunden auf "die marktüblichen Entwicklungen in Folge der anhaltenden Niedrigzinsphase." Gleichzeitig hält die DKB ihre Kunden dazu an, sich über alternative Anlagemöglichkeiten zu informieren. Sie verweist dazu auf die hauseigenen Informationsplattform, DKB-Finanzwissen. Außerdem will sie ihren Kunden in Kooperation mit der UBS einen kostenfreien Börsenführerschein anbieten. (fp)