Die langanhaltende Niedrigzinsphase macht Deutschlands Geldinstituten schwer zu schaffen. Bei immer mehr Kunden flattern derzeit Kündigungsschreiben ins Haus, weil die Banken gut verzinste Altverträge loswerden wollen. Nun hat auch die Sparkasse Krefeld langjährigen Kunden mitgeteilt, dass sie alle Verträge zum Prämiensparen mit mindestens 15-jähriger Laufzeit zum 30. März kündigen wird. Rund 12.500 Sparverträge sollen betroffen sein, also gut vier Prozent aller Sparkunden, berichtet die "Westdeutsche Zeitung" (WZ).

Die Sparkasse begründet den drastischen Schritt mit der Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die betroffenen Verträge seien lange vor der Finanzkrise und ihren Folgen geschlossen worden. Die heutigen Bedingungen würden es dem Institut erschweren, die Erträge zu erzielen, die nötig seien, um die jährlichen Prämien zu bezahlen. Die Sparkasse Krefeld sieht darin einen "sachgerechten Grund" für eine Kündigung gegeben.

Zinsen werden oft falsch berechnet
Verbraucherschützer raten Betroffenen dazu, die Begründung für die Kündigung und vor allem die Zinsberechnung sorgfältig zu prüfen. Steht im Vertrag beispielsweise, dass die Höchstprämie für das 15. bis 25. Sparjahr vereinbart ist, könne der Betroffene argumentieren, dass das Institut nicht vor Ablauf der 25 Jahre kündigen könne, zitiert die WZ die Verbraucherzentrale NRW.

Auch bei der Berechnung der Zinsen, die dem Sparer zustehen, passieren oft Fehler. In einer Studie der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vom Dezember wandten fast 140 Geldhäuser Zinsanpassungsklauseln an, die ihre Kunden zu Unrecht benachteiligten. (fp)