Aus großen Worten werden – vorerst kleine – Taten: Die Deutsche Bank verkündete erst kürzlich, dass sie bis Ende 2025 das Volumen an Finanzierungen und Anlagen, die ökologisch und sozial verträglich sind und guter Unternehmensführung genügen, auf mehr als 200 Milliarden Euro steigern möchte (FONDS professionell ONLINE berichtete). Und auch der Unternehmensalltag soll sich verändern. Laut einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" (SZ) sollen Mitarbeiter auf innerdeutschen Reisen künftig auf das Flugzeug verzichten, zumindest, wenn sie von Frankfurt nach Hamburg, Berlin oder München unterwegs seien. Für längere Strecken, zum Beispiel von Hamburg nach München, ist das Flugzeug noch erlaubt.
 
"Im Moment mag die Pandemie das Thema Nachhaltigkeit überlagern, doch es wird mit Macht zurückkommen", sagte Konzernchef Christian Sewing auf der Hauptversammlung des Instituts. Durch die vermiedenen Flüge würden jährlich rund 1.400 Tonnen CO₂ gespart, lege man den Verbrauch des Vorjahres zugrunde. Statt mit dem Flugzeug reisen die Banker nun mit der Bahn durch die Republik. Die Bank wolle den globalen Wandel zu einer nachhaltigen, klimaneutralen und sozialen Wirtschaft "aus tiefster Überzeugung" unterstützen, so Sewing.
 
Kritik von Umweltorganisation
Die Nichtregierungsorganisation "Urgewald" kritisiert zugleich einige Investments des Geldhauses. Dazu gehört beispielsweise der Mineralölkonzern Exxon, welcher ein umstrittenes Tiefsee-Ölbohrprojekt vor der Küste Guyanas in Arbeit hat, heißt es in der SZ. Die Bank wiederum stehe auf dem Standpunkt, Unternehmen dieser Art auch dabei helfen zu wollen, "grüner" zu werden. (fp)