Der Kreis der Digitalversicherer in Deutschland hat sich vergrößert: "Emil" ist live. Die 2017 gegründete Gesellschaft wirbt damit, dass sie als erste eine digitale Kfz-Versicherung bietet, bei der Kunden nur so viel zahlen, wie sie auch fahren – "Pay-as-you-drive" genannt.

Das Berliner Start-up ist kein Vollversicherer mit einer Lizenz der Finanzaufsicht Bafin, sondern ein Vermittler mit einer Lizenz gemäß Paragraf 34d Gewerbeordnung: Als rechtlicher Risikoträger fungiert die Gothaer Allgemeine Versicherung. Der Tarif selbst wurde nach eigenen Angaben mit Hilfe der General Re entwickelt. Der Rückversicherer ermöglicht den Zugriff auf die Daten von vielen Kfz-Versicherten, die als Kalkulationsgrundlage genutzt werden.

Stecker misst Kilometer
"Mit Emil starten wir eine moderne Kfz-Versicherung, die es Autofahrern in Deutschland ermöglicht, sich individuell, zeitgemäß und digital zu versichern. Mit Emil zahlen Kunden nun erstmals fast ausschließlich nach Verbrauch, also pro gefahrenem Kilometer. Das ist besonders relevant für Wenigfahrer, die im traditionellen Versicherungsmodell das erhöhte Risiko der Vielfahrer mitfinanziert haben", kommentiert Bastian Knutzen, Gründer und Geschäftsführer des Versicherers.

Und so soll es laut Emil gehen: Nach Abschluss der Police via Internet erhält der Kunde zur automatischen Messung der gefahrenen Kilometer den "Emil-Stecker" kostenlos per Post. Diesen kann man schnell und einfach am OBD-II Anschluss des Autos unter dem Lenkrad anbringen. Der Anschluss ist seit 2003 in allen Neuwagen verbaut. Kunden zahlen dann einen monatlichen Grundbeitrag ab fünf Euro, sowie einen Beitrag ab einem Cent pro gefahrenem Kilometer – abhängig vom gewählten Tarif. Der Beitrag sei dabei unabhängig vom Fahrverhalten, der Vertrag ist zudem monatlich kündbar. (jb)


In der kommenden Ausgabe 4/20108 von FONDS professionell, die Ende November erscheint, finden Sie einen ausführlichen Artikel über Digitalversicherer.