Neuer Zoff: Commerzbank zweifelt an Rückhalt für Unicredit-Offerte
Der Streit um die Commerzbank-Übernahme spitzt sich weiter zu. Das Frankfurter Institut bezweifelt erneut, dass die steigende Annahmequote des Unicredit-Angebots die tatsächliche Unterstützung durch Investoren widerspiegelt.
Die Commerzbank konnte "weiterhin keinen einzigen institutionellen Investor identifizieren, der Aktien in das Angebot angedient hat. Die Andienung von Privataktionären lag unverändert bei rund 0,05 Prozent", hieß es in einer Mitteilung des Instituts. "Damit erhärten die Daten und der Fortlauf der Annahmequote die begründete Annahme, dass die angedienten Aktien fast ausschließlich von mit Unicredit verbundenen Banken und Parteien stammen."
Commerzbank warnt vor voreiligen Schlüssen
Marktteilnehmern und Investoren werde weiter empfohlen, "keine abschließenden Schlussfolgerungen hinsichtlich Aktienverteilung, Einfluss, Kontrolle oder tatsächlicher Aktionärsunterstützung für das Angebot zu ziehen", bis die Sachverhalte aufgeklärt und offengelegt worden sind.
Es ist die jüngste Eskalation in einem hitzigen Streit zwischen den beiden Banken. Die Commerzbank hatte bereits in der vergangenen Woche Zweifel geäußert.
Unicredit weist Vorwürfe zurück
Die Unicredit reagierte am Dienstag (9.6.) und warf der Commerzbank vor, sie verbreite zunehmend schwerwiegende und unbegründete Falschinformationen und stelle unbegründete Behauptungen auf, wonach die gesetzlichen Offenlegungen der Unicredit irreführend oder künstlich aufgebläht seien oder auf andere Weise unzulässig in den Angebotsprozess eingriffen.
Die Unicredit teilte am Dienstag mit, dass ihr Übernahmeangebot für die Commerzbank von Aktionären angenommen wurde, die 10,91 Prozent des Grundkapitals der Zielgesellschaft vertreten. In der Vorwoche hatte der Wert bei 7,58 Prozent gelegen. Das zeigt, dass sich die Bank schrittweise in Richtung vollständiger Kontrolle bewegt.
Angebot läuft noch bis Mitte Juni
Das Angebot der italienischen Bank bewertete die deutsche Bank auf Basis des Schlusskurses vom Dienstag (9.6.) mit rund 37,5 Milliarden Euro, verglichen mit einem Marktwert von etwa 39 Milliarden Euro. Es steht Investoren seit Anfang Mai offen und läuft bis zum 16. Juni, wobei Übernahmeregeln eine Verlängerung erforderlich machen könnten.
Keine der mit der Unicredit in Verbindung stehenden andienenden Parteien habe vor dem Übernahmeangebot wesentliche Anteile an der Commerzbank gehalten, hieß es in der Mitteilung der Frankfurter. Die von der Unicredit kommunizierten Meldungen lieferten weiterhin nicht die erforderliche Transparenz und könnten nicht als Beleg für eine unabhängige Unterstützung der Aktionäre für das Angebot gewertet werden.
Auffälliger Anstieg bei Wertpapierleihe
"Zudem hat die Commerzbank in den vergangenen Wochen einen erheblichen Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten in ihren Aktien beobachtet, den sie angesichts des Ausmaßes und des Zeitpunkts als ungewöhnlich betrachtet", erklärte das Frankfurter Geldhaus weiter.
"Seit Ankündigung des Angebots ist die Leihe-Aktivität um mehr als das Zehnfache gestiegen." Dies könne mit dem Annahmeverhalten einzelner Banken und Parteien, die mit der Unicredit verbunden sind, in Zusammenhang stehen. (mb/Bloomberg)















